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Aller Guten Dinge sind ....                                   Drei-zehnte Ausgabe, Juli. 2002

Regelmäßige Rubriken:

1. Informationen für Therapeuten

2. Informationen für Patienten

3. Grundlagen und  Diagnose

4. Therapieanwendung, Praxis und Fallstudien

5. Taoismus, Qi-Gong, Philosophie

6. Chinesische Dietetik, Ernährung

7. Erstübersetzungen klassischer Texte

8. Aktuelle TCM-News

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NEWS

AUS DER WELT DER CHINESISCHEN MEDIZIN

Numerierung erfolgt in aufsteigender Reihenfolge, d.h. NEWSFLASH 1 ist der älteste, gefolgt von Nummer 2 usw. Der neueste Flash (Royal Flash) mit der höchsten Nummer steht also immer an oberster Stelle!

 

 

 

 

Bild: Isdragon, mein Freund und Haustier, gemalt von Wang Bing

Isdragon.jpg

Newsflash Nr 8

China/Hong Kong

Eine Umfrage unter Chinesen über Schulmedizin/TCM ergab, daß die Mehrheit der Chinesen entweder TCM vorzieht oder in die Kombination der beiden Systeme der Schulmedizin vorziehen würde. Als Grund gab die Mehrheit der Befragten an, daß die Nebenwirkungen der TCM gering seien und eine dauerhafte Heilung erzielt werde.

Nachdem die chinesische Regierung beschlossen hat, ab diesem Jahr für die jedes Jahr mit Uniabschluß ausgebildeten westlichen und TCM-Ärzte zusätzlich ein Staatsexamen ähnlich dem unseren einzuführen, wird auch in Hong Kong so verfahren. Alle der 7000 in Hong Kong arbeitenden TCM-Ärzte der vorigen Jahre sind davon ausgenommen. In Hong Kong waren durch den britischen Einfluß zuvor überhaupt keine Regeln vorhanden, so daß praktisch jeder Autodidakt eine Praxis eröffnen konnte.

Kanada

Nach Australien, wo die Bemühungen um einen legalen und offiziellen Status der TCM in vollem Gange sind, will nun auch Kanada an der Legalisierung chineischer Arzneien arbeiten. Bislang wurden diese entweder als Nahrungsmittel ohne Überprüfung oder als Arzneimittel mit extrem teurenUntersuchungen und Wirksamkeitsnachweisen eingestuft. Die geniale Lösung des Parlamentes ist es nun, eine dritte Kategorie für chinesische Arzneimittel zu kreieren. Dazu wurden 6.6 Millionen Dollar für Forschung bereitgestellt. Vielleicht sollten wir doch nach Kanada auswandern?

TCM-Forschung:

(Aus USA und SCHWEDEN, wer gibt in Deutschland schon Geld für TCM-Forschung aus?)

GEBURTSSCHMERZ

In Schweden wurde der Einsatz von Akupunktur als Alternative zu Epiduralanästhesie, NO2, u.a. Anästhetika an 90 Gebärenden getestet. In der Kontrollgruppe, die in Alter, Schwangerschaftstadium, und Kaiserschnittrate gleich lag, kamen nur 13 Frauen (14%) ohne Schmerzstillung aus, während in der Akupunkturgruppe 52 Frauen (58%) auf andere schmerzstillende Methoden verzichteten. Von den 90 Frauen dieser Gruppe erklärten 85 (94%), sie würden bei der nächsten Geburt wieder Akupunktur einsetzen wollen.

(Acupuncture Electrother. Research, 23(1):19-26 1998).

TAI JI UND BLUTDRUCK

Eine Studie des Johns Hopkins Medical Instituts in Baltimore, Maryland fand heraus, daß (Yang style) Tai Chi Chuan (Taijiquan) den Blutdruck in älteren Patienten gleich gut senken kann wie aerobische Übungen, dabei jedoch die Herzfrequenz nicht erhöht: Eine Gruppe von 62 übergwichtigen Hypertonikern über 60 machten drei Monate lang (30-45min./4-5 Mal wöchentlich) entweder leichte Körperübungen oder Tai Chi Chuan. Der Blutdruck sank nach 3 Monaten um durchschnittlich 8.4mm in dieser Gruppe, während die Aerobicgruppe um durchschnittlich 7mm fiel. Der diastolische Druck sank um 3.2 mm Hg (Tai Chi) und 2.4 mm Hg (Aerobic). Die Herzfrequenz der Tai Chi Gruppe veränderte sich nicht wesentlich.

Journal of the American Geriatrics Society 1999;47:277-284).

HE GU UND ZAHNSCHMERZ

Während der Kanadische Neurochirurg Penfield schon in den 50 Jahren einen Zusammenhang zwischen verschiedenen anatomisch nicht verbundenen Körfperteilen herausfand und die berühmte "Penfield-Map" zeichnete, ging der amerikianische Gehirnforscher Ramachandran einen Schritt weiter und fand experimentell an Patienten mit "Phantomgliedern" heraus, wie diese mit anderen Stellen des Körpers im Gehirn gekoppelt waren. So lag die Empfindlichkeit der Hand z.B. im unteren Gesicht (Unterkiefer) und auf der Schulter.

Ein Versuch in Massachusetts, USA benutzte nun die Funktionale Kernspintomographie (FMRI) um herauszufinden, welche Stellen im Gehirn bei den Akupunkturpunkten Hegu Di-4 und Mg-36 gereizt wurde. Interessanterweise fand man heraus, daß He Gu, der Punkt an der Hand nicht nur das "Hand" Gebiet des Gehirns, sondern auch das "Gesicht" Gebiet stimulierte, was seinen Einsatz bei Schmerzen im Gesicht und Unterkiefer rechtfertigt.

(Functional Mapping of Human Brain During Acupuncture with MRI Imaging Somatosensory Cortex Activation by Hui Kathleen K.S., Liu Jing, Kwong Kenneth K. of MGH-NMR Center, Department of Radiology Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Charlestown, MA, USA. and East-West Immune Institutue, Winchester, MA, USA).

ZHI YIN UND AUGEN

Eine ähnliche Studie untersuchte mit FMRI den Zusammenhand von Zhi Yin Bl-67 und dem Auge.

Prof. Zang-Hee Cho, Professor für Radiologie an der University of California benutzte Blitzlichtstimulation um die Augenfunktion von 12 freiwilligen Probanden vor und nach der Nadelung von Zhi Yin zu testen.

Die Funktionale Kernspintomographie (FMRI) ergab, daß der Bereich verantwortlich für Sich im Gehirn nach der Nadelung von Zhi Yin stimuliert wurde, während eine Nadelung der gegenüberliegenden, medialen Fußseite keine solche Reaktion ergab.

Newsflash Nummer 7:

Der internationale Kongress für TCM in Rothenburg ob der Tauber am 12.-16. Mai ist der 30. TCM-Kongress der Arbeitsgemeinschaft  für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.

Zu den Themen: Formen der Schleimerkrankungen und Hautkrankheiten. Auch dieses Jahr kommen wieder die deutschen und internationalen Koryphäen der chinesischen Medizin. Darunter Bernhard Riemer (Berlin), Gerhard Pettenkofer (Geisenfeld), Dr. Christoph Kunkel (Fulda), Dr. Erich Wühr (Kötzting), Dr. Steven Clavey (Australien), Herbert Hanko (München), Dr. John Scott (USA), Barbara Kirschbaum (Hamburg), Stephen Birch (Niederlande), Suzanne Harper (London), Mazin Al-Khafaji (England), Rolf Rothe (Berlin), Peter Firebrace (London), Dr. Dominique Hertzer (Utting/Ammersee), Michael Noack (Berlin), Helmut Magel (Wuppertal), Astrid Kratz/Nils von Below (Offenbach/Frankfurt), Dr. John Scott (USA), John Tindall (London), Prof. Fu Yuanmou (China), Herbert Vater (Tönning), Annette Jonas (Hamburg), u.v.a.  http://www.naturheilkunde-online.de/agtcm/Rothenburg1999.htm

Unser Dauerthema Tee - Diesmal: "Grüner Tee - Gut oder Böööse?"
TEST: GrünerTee enthält Schadstoffe;  Freizeit Revue: "Gift im grünen Tee ?"; Deutscher Teeverband: "Genuß von Grüntee völlig unbedenklich / Ergebnisse Stiftung Warentest nicht repräsentativ"; Yuan Chu: "Drinkin' tea 'til am gonna pissin' ova yer graves..."Fernsehwoche: "Das grüne Tee-Wunder / Das gesundeste Getränk der Welt"

Hamburg (ots) - Die von der Stiftung Warentest ermittelten Ergebnisse über Rückstände von
Pflanzenschutzmitteln in grünem Tee beziehen sich nur auf Stichproben in einem Teilmarkt und sind damit nicht repräsentativ. Darauf weist der Deutsche Teeverband, Hamburg, in einer Stellungnahme auf die im Februar Heft des Magazins "Test" veröffentlichten Ergebnisse hin. Nach Aussage des Verbandes besteht für den Verbraucher kein Grund, auf den Genuß von Grüntee zu verzichten. Die gesetzlich festgelegten Höchstmengen enthalten eine hohe Sicherheitsmarge und beziehen sich darüber hinaus auf das trockene Teeblatt.

Lesen Sie dazu auch Yuan Chu's Neue Satire: LUG und TRUG im FERNEN WESTEN

Klatschkolumne: Pop-Sängerin Björk schwört auf TCM

Die isländische Pop-Sängerin Björk reist zu keinem Konzert ohne ihre TCM-Arzneien um sich und ihre Lungen zu schützen, nachdem ihr vor einem Fernsehauftritt mit Rachenentzündung ein Akupunkteur eine chinesische Fertigarznei verabreichte, die sofort den Schmerz und innerhalb einer Stunde auch die Entzündung beseitigte. Seither begleitet sie die chinesische Pflanzenarznei auf Reisen. Sie sagte in einem Interview: "Obwohl ich nicht behaupte, daß alle alternative Medizin funktioniert, muß ich sagen daß Chinesische Medizin für mich funktioniert."

Newsflash Nummer 6:

Neues von Ötzi (Siehe auch News #3)

Die Spekulationen um 1991 entdeckten den Österreichisch-Italienischen Eismann hören nicht auf: Eine proktologische Untersuchung (KEINE SATIRE!!) ergab einen Befall des Darms mit Trichuris trichiura (Peitschenwurm), die unser wackerer Gletscherwanderer auch selbst mit dem Pilz Piptoporus betulinus behandelte. Dessen Öle wirken laxativ und vermifug. Damals war diese Behandlung alledings noch nicht "alternativ" - es gab ja keine anderere.
Seine Arthritis geplagten Gelenke wurden laut einem italienischen Bericht von Professor
Luigi Capasso (Universität Chieti) mit kauterisierten Arzneipflanzen - ähnlich wie in China mit Moxakrat üblich - therapiert. Diese narbenbildende "Moxibustion", wie sie heute noch teilweise auf Taiwan üblich ist, führte zu den vermeintlichen Tätowierungen, an den Akupunkturpunkten, wie wir zuletzt in unserem vorletzten Newsflash berichteten.
Wie es scheint, taut der anfangs schüchterne und wortkarge Ötzi-am-Stil langsam auf, und bricht sein eisiges Schweigen, so daß wir gespannt auf weitere Enthüllungen von Europas ältesten Akupunkturpatienten sein können.

QUELLE: The Lancet 1998;352:1864.

Neues vom Tee (Siehe auch News #1)
Auch der grüne Tee, über den wir im Newsflash Nr. 1 (siehe ganz unten) berichteten, macht wieder Schlagzeilen: Charles Y-F. Young, Ph.D. und Forscher der Purdue University in den USA haben nun herausgefunden, wie der grüne Tee das Krebswachtum hemmt. Der nur im grünen Tee vorkommende Wirkstoff EGCG, eine Art von Teekatechinen (Polyphenole) zeigte in einer Studie eine enzymatische Wirkung auf Krebszellen in Prostata, Colon, Brust und
Lungen, wobei nicht nur eine wachstumshemmende, sondern sogar ein krebszellabbauender Effekt festzustellen war. Die Oxidation bei schwarzen und halbfermentierten Tees zerstört jedoch diesen aktiven Wirkstoff zum großen Teil, was erklärt, weshalb die Beste Wirkung bei grünem Tee zu verzeichnen war. Dieser enthält bis zu 30% des Wirkstoffs.
Die japanischen Forscher Ishikawa, Suzukawa und Ito berichteten in einer Studie über einen anderen positiven Effekt des Teegenusses: Die durch diesen Erhöhte Aufnahme der Flavonoide Catechin und Theoflavin senken das Risiko von Erkrankungen der Koronararterien durch Senkung der Arteriosklerosegefahr. Die Resultate zeigten, daß die beiden Flavonoide in vitro die Präoxidationszeit des LDLs verlängern und sich die Zeit vor der LDL-Oxidation ebenso in vivo nach 4 Wochen täglichen Teegenusses deutlich verlängerte. Somit kann die Plaquebildung in den Koronararterien verringert werden.

QUELLE: American Journal of Epidemiology 1999;149:162-167.

Gingko besser gegen Alzheimer als herkömmliches Medikament

EGb-761, ein standardisierter Extract der Blätter von Ginkgo biloba, die zum Arzneimittelschatz der chinesischen Medizin gehören und u.a. bei Blutstase verwendet werden, zeigte sich in einer offenen, unkontrollierten US Studie, welche Tetrahydroaminoacrin und den Gingko-Extrakt im Vergleich gegen Alzheimer einsetzte, als überlegen. Obwohl beide Medikamente bei den älteren Patienten als "Kognitive Aktivatoren" wirkten, was sich in einer Erhöhung der Cerebral-EEGs-Aktivität von 7.5 auf 13 cps und Verminderung der langsamen Freuquenzen zeigte, erzielte Gingko diesen Effekt in einer höhen Personenzahl und wirkte besonders gut in einer langfristigen Gabe bei Personen mit erhöhter Reizantwort bei der Erstgabe.

QUELLE: Itil T, Ahmed I, Le Bars P, et al. "The pharmacological effects of Ginkgo biloba (GB), a plant extract, on the brain in comparison to Tacrine." Psychopharmacology Bulletin 1996;32(3):459.

Newsflash Numero 5:

Kongreßbericht zum 2. Weltsymposium der traditionellen chinesischen Orthopädie in Peking vom 20. –23.10.1998

Von Jürgen Bachmann

Zum o.g. Termin fanden sich 500 Teilnehmer aus 23 Staaten zusammen, um im Verlauf dieser Zeit den derzeitigen Stand der traditionellen chinesischen Orthopädie als einer besonderen Profession innerhalb der traditionellen chinesischen Medizin zu diskutieren.

Der Kongreß wurde eingeleitet durch den Altvorderen, Herrn Professor Shang Tianyu, dem Inauguratoren der kombinierten traditionellen chinesischen und westlichen Frakturbehandlung, einer Besonderheit der Medizin Chinas, die in den späten 50-iger Jahren die Integration traditioneller und westlicher Verfahren in der Orthopädie und Traumatologie einleitete.

Die stärkste ausländische Delegation kam aus Amerika, insbesondere Kalifornien, wobei auch hier mehrheitlich Kolleginnen und Kollegen chinesischer Abstammung vertreten waren. Entsprechend der Stärke der Delegation und dem Verbreitungsgrad traditioneller chinesischer Orthopädie in Kalifornien wird das 3. Symposium im Jahre 2000 in San Francisco stattfinden

Nach den ausführlichen Eröffnungsfeierlichkeiten am Morgen des 20. Oktober und Darstellungen der Situation der chinesischen Orthopädie im Westen wurde das Plenumsprogramm mit Vorträgen zur Femurkopfnekrose, zur chronischen Osteomyelitis und zu Verfahren mit einer Grundlage von Akupunkturpunkten und Leitbahnen eingeleitet. Die Hauptthemenkreise umfaßten darüberhinaus auch weitere Nadeltechniken, wie Bluten-Lassen, aber auch klinische Fragestellungen zur Osteoporose, zur Frakturbehandlung, chronischer Ansatztendinosen und Schmerzsyndromen im Bereich der Wirbelsäule, sowie der Anwendung von Tuina, medizinischen Geräten und chinesischen Arzneimitteln. Aufgrund der Fülle der Beiträge erfolgte ab dem 21.Oktober 98 nachmittags eine Aufteilung in unterschiedliche Arbeitsgruppen:
1. Zu generellen Prinzipien- und Verletzungsheilkunde
2. Zu ligamentären und Facettengelenksschmerzen und
3. Zu Knochenerkrankungen.

Beeindruckend an den klinischen Berichten waren immer wieder die hohen Fallzahlen. Allerdings muß einschränkend gesagt werden, daß dabei die klinischen Erfahrungsmitteilungen im Vordergrund standen, Vergleiche zwischen randomisiert zugeteilten Therapieverfahren fanden sich kaum. So war der Kongreß insgesamt von einer Bestandsaufnahme einer stark erfahrungsheilkundlich geprägten chinesischen Orthopädie traditioneller Art dominiert. Auffallend hierbei war, daß immer wieder die Modalitäten von Reiztherapien, der Immobilisation versus funktioneller Mobilisation, der Besonderheiten manuellenrVerfahren und chinesischen Pharmaka im Sinne eines komplexen Therapieschemas angesprochen wurden. Insgesamt ergab sich eine eindrucksvolle Bandbreite in klinischer Erfahrung. Die Therapieangaben waren nur in sehr unterschiedlicher Weise konkret formuliert: Teilweise wurde lediglich der Hinweis gegeben, daß es sich um geheime Rezepte handele, die in der siebten oder achten Generation weitergegeben worden sein, teilweise recht konkret die Zusammensetzung von Kräuterrezepturen bzw. die Konstruktion von äußeren Hilfsmitteln oder auch die Auswahl von Akupunkturpunkten angegeben.

Aus hiesiger Sicht interessant ist darüber hinaus, inwieweit im Rahmen von Studien die klinischen Erfahrungsberichte zur TCO und insbesondere der Anwendung von Arzneimitteln klinisch überprüft werden könnten. So ist z.B. im Rahmen des jetzigen Kongresses eine Rezeptur zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen vorgestellt worden, die bei offensichtlich recht günstiger Darstellung der Nebenwirkungsrate innerhalb von 3 Monaten zu einer deutlichen Reduktion von Schmerz und Schwellung der entzündeten Gelenke führte.

Für den westlichen Betrachter war es nicht immer einfach, die Ergebnisse im vollen Umfang zu erfassen. Dies nicht nur, weil die Kongreß-Sprachen Englisch und Chinesisch nicht simultan, sondern abschnittsweise im Dialog bei einzelnen Vorträgen realisiert wurden, sondern auch, weil die Medienaufbereitung und bildlichen Darstellungen für die Größe des Saales deutlich zu klein konzipiert waren.

Der Kongreß hatte neben der Zielsetzung, eine Bestandsaufnahme zu leisten sicherlich auch den poitischen Zweck, die Professionalisierung innerhalb der chinesischen Medizin und den Prozeß der Profilierung einzelner Fachgebiete voranzutreiben. Dies entspricht einer Entwicklung, die auch in der modernen Medizin seit Jahrzehnten zu immer feineren Spezifikationen geführt hat. Bezüglich der chinesischen Medizin erscheint dies um so mehr berechtigt, als hier historisch verschiedene Traditionsstränge vorliegen und auch hinsichtlich des therapeutischen Spektrums und der konkreten klinischen Anwendung sicherlich fachspezifische Besonderheiten in der Orthopädie und Traumatologie vorliegen. Durch die Nähe zur physikalischen Therapie und Rehabilitation sowie die starke Orientierung am unmittelbaren Therapieeffekt hinsichtlich Beweglichkeit, Schmerz, Schwellung, Belastbarkeit etc. ergibt sich eine konzeptionelle Nähe zur westlichen Orthopädie und Rehabilitation sowie auch Unfallheilkunde. Dementsprechend liegen hier wahrscheinlich bessere Voraussetzungen für eine integrative Aneignung von Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin vor, als in anderen medizinischen Fachgebieten.

Aus den Darstellungen der amerikanischen Kollegen wurde allerdings deutlich, daß diese Zielsetzung nicht für alle Länder und Situationen gleichbedeutend sein kann. Die dortige Situation ist stärker davon geprägt, daß für kulturell identifizierbare Bevölkerungsgruppen eine Versorgungsstruktur entsteht, so daß z.B. es als Erfolg angesehen wurde, daß für Australien im Sommer d.J. eine offizielle Registrierung von Therapeuten der traditionellen chinesischen Orthopädie angekündigt worden war. Der Zugang zur medizinischen Versorgungsstruktur ist unter diesen Bedingungen für Behandler mit lediglich traditionellen chinesischen medizinischen Abschluß attraktiv. Im Bereich der mittel- und westeuropäischen Länder stellt sich die Situation allerdings sicherlich anders dar: hier wird zu definieren sein, welche therapeutischen Verfahren der chinesischen Orthopädie professionell einer ärztlichen Leistung zugeordnet werden können, welche Fachgebiete hier anzusprechen sind, insbesondere was unfallchirurgische, was orthopädische Aufgabengebiete anlangt und schließlich auch, welche der in der traditionellen chinesischen Orthopädie angewandten manuellen Verfahren Leistungen der Physiotherapeuten und Masseure, welche Verfahren Leistungen der ärztlichen Kunst sind.

Aus mitteleuropäischer Sicht ist anzuraten, diesen Professionalisierungsprozeß aktiv zu begleiten. Im Bereich der Akupunktur sind hierfür bereits wesentliche Voraussetzungen geschaffen worden, sie ist Teil der ärztlichen Heilkunde geworden. Für den Bereich der manuellen Medizin, einem weiteren Kernbereich der chinesischen Orthopädie sind die professionellen Aufgabengebiete noch zu definieren. Dies drängt, da im Rahmen unserer Versorgungsstruktur die parallele Existenz einer chinesischen Orthopädie unabhängig von Medizin und Physiotherapie nicht wünschenswert erscheint. Insofern kann es im Rahmen einer weltumspannenden chinesischen Orthopädie nicht darum gehen, einem hegemonialen Anspruch aus ihrem Mutterland genüge zu tun, sondern für die spezifischen Versorgungsstrukturen angemessene Konzepte zu entwickeln. Gleichermaßen ist zu wünschen, daß die wissenschaftlichen und didaktischen Erkenntnisse der westlichen Medizin befruchtend auf die nächsten Symposien zur traditionellen chinesischen Orthopädie einwirken.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors

Newsflash Numero 4

Was schon die Altvorderen in China wußten (Motto: Aus alt mach neu)

In den späten 80ern entdeckte Dr. Huang in Shanghai aufgrund einer alten klassischen Rezeptur die Wirkung des toxischen chinesischen Malariamittels Pi Shuang (Arsenicum sublimatum) bei Leukämie. Aufgrund seiner klinischen Erfahrungen, stellten zwei Aerzte aus Harbin und Shanghai weitere experimentelle Forschung an, und veröffentlichten 1997 ihre Forschungsergebnisse, in welchen die Hemmung der übermäßigen Leukozytenbildung durch Arsen bei  Leukämie dargestellt und bewiesen wurde. Doch diese 2000-jährige Vorgeschichte bleibt unerwähnt:

Arsen, eigentlich ein giftiges Metall, hat sich jetzt in der Behandlung bestimmter Formen der Leukaemie als wirksames Medikament erwiesen. Dies berichten amerikanische AErzte nach der Behandlung von zwoelf Leukaemie-Patienten. Die Betroffenen waren an der akuten myeloischen Leukaemie erkrankt. Waehrend der Behandlung erhielten die Patienten taegliche Infusionen von bis zu 0,06 Milligramm Arsen je Kilo Koerpergewicht. Bei elf Erkrankten besserte sich der Zustand innerhalb von 40 Tagen, die Produktion weisser Blutkoerperchen normalisierte sich.Quelle: The New England Journal of Medicine, 5.11.98 (Forschung:Raymond Warrell Jr., Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York)

Im 7. Jahrhundert stellte der "König der Arzneikunst" Sun Si-Miao in seinem Qian Jin Yi Fang, Kapitel "Bi Gu" (Über das Fasten) die lebensverlängernde Wirkung des Nadelbaumharzes fest. 13 Jahrhunderte später stellt man fest, daß die indirekte Ursache von 70% aller Todesursachen, die Arteriosklerose durch einen Auszug aus Nadelbaumharz wirksam verhindert werden kann, doch die dreizehnhundertjährige Vorgeschichte bleibt unbekannt:

Researchers are investigating a natural substance derived from pine trees. When added to a margarine, it may actually help lower your cholesterol. We asked for an explanation from Mayo Clinic endocrinologist and lipid expert Tu T. Nguyen, M.D., who is leading a team researching a margarine fortified with plant sterols. According to a study in the Nov. 16, 1995, issue of the New England Journal of Medicine, among people using the margarine for 1 year there was a decrease in total cholesterol of 10 percent and a decrease in LDL of almost 15 percent. Oasis: What are plant sterols? Dr. Nguyen: Plant sterols are natural components of vegetable fats and oils. Sitosterol is a type of plant sterol, and the hardened form of sitosterol is called sitostanol, which has a demonstrated cholesterol-lowering effect and can be incorporated into food. Oasis: What is sitostanol ester? Dr. Nguyen: This is a form of sitostanol that can lower cholesterol more effectively because it is a fat-soluble form. As such, it can be added to different types of food ” in particular the fatty part of food ”without changing the physical properties or taste. From: Mayo Health Service21.10. 1998

Im 4. Jahrhundert empfahl Ge Hong zur "Impfung" bei Tollwut das Auftragen eines Breis aus dem Gehirn des tollwütigen Hundes und begründete damit die erste Impftheorie. Der gleiche Autor empfahl auch die Pflanze Artemisia capillaris (Qing Hao) zur Bekämpfung von Malaria. Heute wird der Auszug Artemisin bei Medikamentenresistenter Malaria in vielen Tropengebieten eingesetzt. Wer aber vor eineinhalb Jahrtausenden als erster diese Therapie empfahl, bleibt ungerühmt:

Wie z.B.von  K.Senior in Mol Med Today 1996 Feb;2(2):60-4 unter "Pharmaceuticals from plants: promises and progress." oder Davis TM, Martin RB in: Epidemiol Infect 1997 Aug;119(1):61-9 unter "Clearance of young parasite forms following treatment of falciparum malaria in humans: comparison of three simple mathematical models."

Vor mehr 2000 Jahren entdeckten unbekannte Therpeuten den Zusammenhang zwischen Milz und Immunsystem, und empfahlen zur Stärkung des Wei-Qi (Abwehr-Qi) immunstimulierende Pflanzen wie Astragalus und Ginseng (Huang Qi, Ren Shen). Außer uns wenigen TCM-Kundigen kennt jedoch kaum einer diese jahrtausendalten Wirkungen.

Wieviele ungenannte, vergessene Therapeuten wären es würdig wieder gelesen zu werden, wieviel altes Wissen gibt es zu neu zu entdeckten und wieviele Schätze erneut zu heben, wenn man sich nur die Mühe macht, danach zu suchen...

Newsflash Numero 3

Schon Ötzi beim Akupunkteur

Wien (AP). Schon der als „Ötzi" weltberühmt gewordene bronzezeitliche Jäger ist offenbar gegen mehrere
Krankheiten fachmännisch mit Akupunktur behandelt worden. Das erklärten deutsche und österreichische
Wissenschaftler am Montag auf einer Pressekonferenz in Wien, wie die Nachrichtenagentur APA meldete.

Tätowierungen an der 5.300 Jahre alten Eismumie weisen nach Angaben des Präsidenten der Deutschen Akademie
für Akupunktur, Frank Bahr, Übereinstimmungen mit noch heute üblichen Akupunkturpunkten auf. Der
Archäologe Konrad Spindler sprach von einer „faszinierenden Entdeckung", nach der „die Anfänge der
Zivilisation weiter zurückreichen, als wir bisher angenommen haben". Bahr sagte, Spindlers Buch „Der Mann im
Eis" habe ihn auf die Spur gebracht: „Auf den Fotos habe ich auf Anhieb gesehen, daß die Tätowierungen auf
ganz klassischen Akupunkturpunkten angebracht sind. Wenn ‚Ötzi‘ mit seinen durch die Röntgenbefunde
bekannten Beschwerden heute in meine Praxis käme, würde ich 80 Prozent der Punkte wieder akupunktieren",
sagte Bahr.

Der Grazer Forscher Leopold Dorfer verfolgte diesen Ansatz weiter und fand im Zuge seiner Recherchen in Bozen
- dort wird die Gletscherleiche in einem Museum ausgestellt - heraus, daß „Ötzi" nicht mit einer primitiven Urform
der Akupunktur behandelt wurde. „Es wurden auch Fernpunkte markiert und sogar eine konstitutionelle
Akupunktur, mit der ein Mensch insgesamt gestärkt werden soll, durchgeführt", erklärte Dorfer. Bei 15
Tätowierungen wären neun Akupunkturpunkte, „die noch heute ihre Gültigkeit haben und bei den bekannten
Leiden ‚Ötzis‘ an der Wirbelsäule und im Verdauungstrakt angewendet werden, exakt getroffen" worden.

Spindler wies auf ähnliche Tätowierungen auch an anderen Mumien „über die ganze Welt verteilt" hin, die
inzwischen mit Akupunktur in Zusammenhang gebracht worden seien. Die Frage laute nun, wie sich diese
medizinischen Kenntnisse ausgebreitet hätten.

Die Wissenschaftler nannten zwei Theorien dafür, warum „Ötzi" bei der Akupunktur tätowiert wurde. So könne es
einerseits sein, daß mit der Tätowierung mit Holzkohle ein Dauerreiz erzeugt werden sollte. Andererseits sei
möglich, daß die Punkte markiert wurden, damit der „Eismann" die Therapie selbst weiterführen konnte, da er oft
monatelang unterwegs und damit nicht in der Nähe seines „Therapeuten" war.

Die SMS feiert ihr 20jähriges Bestehen

München (SMS): Nicht nur, dass die SMS 1998 ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert, es gibt in diesem Jahr auch
noch zwei weitere wichtige Jubiläen zu begehen. Dies sind der 65. Geburtstag von Professor Manfred Porkert, dem
Begründer und Ehrenpräsidenten der SMS, und der 50. Geburtstag von Dr. med. Carl-Hermann Hempen, dem
Präsidenten der SMS. Beide werden am 4. November 1998 gefeiert. An diesem Tag lädt die SMS alle ihre
Mitglieder ganz herzlich zu einem wissenschaftlichen Symposium nach München ein, um zusammen mit Gästen
und Vortragenden aus aller Welt diesen Anlass zu feiern. Wir müssen leider draußen bleiben (Sicher hat unser
hiesiger Postbote wieder die Einladungen mit den Flugzeugtickets nach München verschlampt. Ergo: Wir müssen
leider draußen bleiben) Dennoch:

Wir gratulieren - wir gratulieeeren - wir gratulieeehiieeeren!

Cambridge/USA (AP): Anti-Nobelpreise verliehen

Auch In Cambridge/USA gibt es etwas zu feiern: Peter Fong vom Gettysburg College fand heraus, daß Muscheln
und andere Weichtiere sich zehnmal schneller vermehren als normalerweise, wenn das Antidepressivum Prozac
ins Wasser gegeben wird. Gibt es damit endlich auch Hoffnung für die vielen suizidgefährdeten Lemminge ?

Für diese Erkenntnis jedenfalls, wird der Biologe nun mit dem Antinobelpreis „Ig Nobel" geehrt, einer an der
US-Universität Harvard ersonnenen, weniger ernst gemeinten Auszeichnung, mit der Menschen gewürdigt
werden, deren Errungenschaften „nicht wiederholt werden können oder sollen".

Neun weitere Preisträger sollten bis Freitag noch feierlich gekürt werden. Unter ihnen sind etwa die kanadischen
Forscher, die sich bemühten, einen Zusammenhang zwischen der Größe von Fuß und Penis herzustellen, und
nicht zuletzt die britischen Ärzte, die ein Fachblatt mit dem Titel herausgaben: „Ein Mann, der sich in den Finger
stach und fünf Jahre lang nach Verwesung stank." (sick!- äh, wollte sagen "sic!")

Weitere Preise erhalten in diesem Jahr:

Den Antifriedensnobelpreis: Der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee und der pakistanische
Regierungschef Nawaz Sharif für „ihre aggressiv friedlichen Zündungen von Atombomben" Man hätte das ganze
Geld auch sparen können, wenn die beiden verglichen hätten, wer den größeren Bruder hat, mehr Knödel essen
kann, weiter spucken kann, oder schlicht und einfach die Hosen runter gelassen und durch Vergleich entschieden
hätten, wer denn nun stärker ist.

Chemie: Jacques Benveniste aus Frankreich für seine Entdeckung, daß Wasser ein Gedächtnis hat und diese
Information über Telefonleitungen oder Internet übermittelt werden kann. Ich ahne da allerhand
Anwendungsmöglichkeiten.

Literatur: Mara Sidoli aus Washington für ihren Bericht in einem psychologischen Magazin mit dem Titel: „Furzen
als Verteidigung gegen unaussprechliche Furcht", in dem sie einen elfjährigen Jungen studiert, der einen fahren
läßt (Flatus phobicum? ), wenn immer er sich mit irgendetwas Unangenehmem konfrontiert sieht.

Statistik: Jerald Bain aus Toronto und Kerry Siminoski aus Alberta für ihre legendäre Schrift über das Verhältnis
von Fußgröße und Penis. Sie kommen übrigens zu dem Schluß, daß ein schwacher Zusammenhang besteht. Ist der
Zusammenhang mit "der Nase eines Mannes.." schon wissenschaftlich geprüft worden ?

Physik: Guru Deepak Chopra für seine Interpretation der Quantentheorie „in ihrer Anwendung auf Leben, Freiheit
und des Strebens nach wirtschaftlichem Glück". Ich habe da schon immer einen Zusammehang vermutet.

Medizin: „Patient Y", der nach Verwesung riechende Mann mit dem verletzten Finger - und seine Ärzte im
Royal-Gwent-Krankenhaus in Newport in Wales. Bitte melden: Wer kennt Akupunkturpunkte zur Behadnlung
dieser Krankheit ? Stand da nicht was im Nei Jing drüber ?

Auch hier an Alle unsere erz-ernsten Glückwünsche! Wann wird endlich der Anti-Nobelpreis für TCM verliehen ?
Wir hätten da schon so ein paar Vorschläge...

Newsflash Numero 2

GIFTIGKEIT EINER CHINESICHEN PFLANZENARZNEI IN FRAGE GESTELLT

Im einem berühmten Fall vor vier Jahren wurde die chinesische Pflanzendroge Guang Fang Ji (Radix
Aristolochiae seu Cocculi) in Kombination mit anderen Arzneien eines zum Abnehmen verwendeten
Präperates für die schwere Nephropathie bei einigen Belgischen Frauen verantwortlich gemacht.
Dieser Fall schadete nicht nur dem Ruf der chinesischen Medizin, sondern trug auch zum Verbot der
Arzneipflanze in England, Deutschland und anderen Ländern der EU bei.

Wie Dr.Jean Malak (einer der von der belgischen Regierung beschuldigten Ärzte) in einem offenen
Brief an die medizinische Zeitschrift THE LANCET mitteilte, wurden in Rahmen dieses
Abnehme-Regimes auch Serotonin-Injektionen verabreicht. Die in diesem Fall aufgetretenen
Vergiftungserscheinungen decken sich absolut mit einer serotonin-induzierten Vergiftung. Die Frage
ist also, ob hier nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde, zumal Guang Fang Ji in China
sowohl klinisch als auch im Tierversuch auch mit keinerlei nephrotoxischen Nebenwirkungen in
Verbindung gebracht wird.

Eine in legislativen Behörden bestehende durch Unkenntnis erzeugte xenophobische Haltung ggü.
Chinesischen Arzneimitteln mag zwar einigen großen Arzneimittelfirmen von Nutzen sein, doch die
Pflicht des Behandlers gilt der Gesundheit des Patienten, so daß Verbote potentiell kostbarer
Therapeutika mit der gleichen Vorsicht ausgesprochen werden sollten, wie sie bei bei Zulassung
neuer Arzneimittel angewendet wird.

NEUES GINSENG-PRÄPERAT ZUR BEHANDLUNG VON BLUTKRANKHEITEN

Durch chinesische und australische Regierungen mit mehr als 2 Millionen Yuan finanziert (ungefähr
440.000 DM) wurde von Wissenschaftlern des TCM-Medizinkrankenhaus der Provinz Zhejiang
haben erfolgreich ein auf Ginseng basierendes Pharmazeuticum entwickelt, das wirkungsvoll bei der
Behandlung der schwierigen Blutkrankheiten wie aplastische Anämie und idiopathische
Thrombocytopaenia purpura eingesetzt wird ist. Die natürliche Droge ist wirkungsvoll gewesen, beim
Produzieren von weißen und roten Blutzellen sowie Blutplättchen und kann die Produktion
leukämischer Zellen auch dann verringern, wenn Patienten krebsbekämpfende Drogen nehmen, oder
die weißen Blutzellen sich durch Strahlentherapie- und Chemotherapie verringern

NEUE KLINIK FUER CHINESISCHE MEDIZIN

In London wurde kürzlich ein neue TCM-Klinik eröffnet, welche die regionale Regierung Tianjin
geholfen hat zu finanzieren. Die Klinik, die offiziell im August im Royal Homoeopathic Hospital
eröffnet wurde, ist schon die dritte, der Kliniken von Sino European, ein Joint Venture zwischen eine
britischen Firma und der Stadregierung Tianjin. Die erste Klinik wurde 1991 in Bath und die zweite
in Manchester eröffnet. Die neue Londonklinik beabsichtigt, ihr Verhältnis zum berühmten Nachbarn,
dem Great Ormond Street Hospital for Children zu verstärken.

Alternative Heilmethoden boomen unvermindert (Hamburg, ots)

Über 50 Prozent der Deutschen meinen, sie seien bei vielen Krankheiten die bessere
Behandlungsmethode. Für den medizinischen Laien wird der Markt jedoch immer unübersichtlicher.
Welche Methode ist seriös, welche eher eine dubiose Glaubensfrage? Die Zeitschrift "Vital" gibt in
ihrer neuesten Ausgabe eine Orientierungshilfe:

Zehn alternative Heilmethoden werden vorgestellt, untersucht und bewertet. Argumente, die für die
jeweilige Methode sprechen, werden kritischen Argumenten gegenübergestellt. Nach dieser
Bewertung sind Pflanzenheilkunde, Kneipp-Therapie und Akupunktur Heilmethoden, die auch mit
kritischem Blick als seriös bewertet werden können. Nicht so gut schneidet dagegen beispielsweise
die Bach-Blüten-Therapie ab. Die Gründe unter anderem: Bei der Anwendung wird keine
medizinische Diagnose erstellt, die Wirkung läßt sich nicht belegen. (ots Originaltext: Vital)

ASTHMA und alternative Heilmethoden (Bonn, ots) –

Asthma ist als Krankheit so alt wie die Welt. Doch noch immer nimmt es rund um den Globus stetig
zu. Schon von Hippokrates wurde es in den griechischen Quellen zwischen 460 und 370 vor Chr.
als Krankheitsbegriff erwähnt. Experten der Weltgesundheitsbehörde zählen heute weltweit mehr als
100 Milliarden Asthmatiker. In Deutschland sind es rund 5 % der Erwachsenen und 10 % Kinder,
Tendenz steigend. Die Atemwege reagieren bei Asthma bronchiale hyperaktiv auf äußere Reize wie
Kälte, Tabakrauch, Pollen, Hausstaubmilben oder Staub. Auch innere Reize wie seelische Belastung,
Streß und Angst lösen es aus. Es ist gekennzeichnet durch Verengung der Bronchien, die als Folge
einer Entzündung der Bronchialschleimhaut auftritt. Charakteristische Symptome sind Husten,
anfallartige Atemnotattacken, Atemrasseln und die starke Ausscheidung eines zähen
Bronchialschleims. Noch immer kennt man die eigentlichen Ursachen für asthmatische Entzündungen
nicht genau. Asthma ist eine multifaktorielle Erkrankung, die sowohl genetisch verursacht wie auch
durch Allergien ausgelöst werden kann. "Besonders in seinen Anfangsstadien bieten die Heilpraktiker
aus der Tradition der Naturheilkunde Methode," wie Adelheid Henke vom Fachverband Deutscher
Heilpraktiker betont, "die die Krankheit eindämmen und den verfrühten Einsatz von Kortison
verhindern helfen." Insbesondere die Möglichkeiten der Akupunktur im Sinne der Traditionellen
Chinesischen Medizin sie an, um bei Ausbruch der Symptome eine Linderung akuter herbeizuführen.
Vor allem Homöopathie und Akupunktur setzen jedoch einen ausführlichen Dialog zwischen Patient
und Heilpraktiker voraus. Denn nur aufgrund einer umfassenden ganzheitlichen Anamnese findet sich
das passende homöopathische Mittel sowie eine wirkungsvolle und individuelle Behandlung nach den
Heilmethoden der Chinesen, wie sie im Reich der Mitte schon seit fast 4000 Jahren erfolgreich
eingesetzt wird. (ots Originaltext: Fachverband Deutscher Heilpraktiker)

Newsflash Numero 1

Die Wunderdroge Tee

Eine amerikanische Studie veröffentlicht im American Journal of Public Health erklärt, daß mehr als ½ Tasse Tee
am Tag die Chancen schwanger zu werden um das doppelte erhöhen. Als Erklärungsmöglichkeit wird ein die DNA
beeinflussender Bestandteil im Tee angenommen, der sich auf den Reifungsprozeß des Ovums auswirkt. Andere
koffeinhaltige Getränke hatten keine ähnliche Wirkung. Sorry Coca Cola!

Nachdem viele Studien zur antioxidativen und krebsverhütenden Wirkung des Tees veröffentlicht wurden, haben
japanische Forscher jetzt auch noch eine Senkung der Hautkrebsrate bei äußerer Anwendung des Tees
nachweisen können. Prompt hat die Kosmetikindustrie neue teehaltige Produkte zum Hautschutz vor
Sonnenstrahlen Luftverschmutzung u.a. Quellen von freien Radikalen hervorgebracht (Estee Lauda u.a.) Also Tee
trinken und dann hineinspringen und wie ein Maulwurf darin herumwühlen. Ich sag‘s ja immer.

Enzian Made in China

Der Enzian Gentiana lutea, chinesisch Ou Long Dan, dessen chinesischer Verwandter Gentiana Scabra, chinesisch
Long Dan, uns als "Hitzekühler und Nässetrockner" bekannt ist, wird wie sein Cousin auch erfolgreich bei
Rheuma eingesetzt. Aber nicht nur das, unser Enzian hat hat, so stellte sich nun heraus, chinesische Wurzeln:
Schweizer Forscher haben jetzt herausgefunden, daß der blühende Bote des Schweizer Bergfrühlings chinesische
Wurzeln hat und im Laufe von Millionen von Jahren aus dem Reich der Mitte nach Europa gelangt ist. "Die
Untersuchungen des Erbguts, die es erlauben, die Ahnengeschichte einer Pflanze zu eruieren, werfen ein ganz
neues Licht auf die Ursprünge der Alpenflora", sagt Professor Philippe Küpfer.

Der Spezialsit für die Stammesgeschichte von Pflanzen arbeitet am botanischen Institut der Universität
Neuenburg. "Forscher nahmen bislang an, der Ur-Enzian sei ein Europäer. Das ist aber falsch", erklärt Küpfer. Er
hat die Erbinformation aus asiatischen Enziansamen, -blütenknospen und gepreßten Blättern untersucht. 40 000
Kilometer hat er mit seinem Team auf den Spuren des Enzians zurückgelegt. Die Forscher waren in Nepal, Indien,
Birma und China unterwegs. Die zentralasiatischen Gebirgszüge sind für botanische Entdeckungen ein
ausgezeichnetes Terrain. Über Jahrzehnte war das Gebiet jedoch nicht zugänglich. Die Enzianforschung
konzentrierte sich deshalb auf die dreißig unter Naturschutz stehenden europäischen Arten.

Weltweit sind 1550 Enzianarten bekannt. Enziane findet man nicht nur in den Alpen, sondern auch in der
spanischen Sierra Nevada, im nordafrikanischen Atlasgebirge, in den südamerikanischen Anden und in
Neu-Guinea. Allein 250 Arten kommen in China vor. Küpfer: "Die Vielzahl der Enzianarten in Asien läßt keinen
Zweifel daran, daß der Enzian aus Asien stammt.

Überhaupt hat ein Großteil der Alpenflora seine Wurzeln im asiatischen Hochgebirge, darunter mit Sicherheit auch
das Edelweiß." Die Samen wurden vom Wind oder durch Vögel Richtung Westen getragen. Das dürfte allerdings
schon mehr als zehn Millionen Jahre her sein.

Die Forscher gehen davon aus, daß es in den mitteleuropäischen Wäldern schon vor der Formation der Alpen
Enzian gab. Damals war das Klima dort, wo sich heute die Alpen erheben, zwar wesentlich milder, doch ist der
Enzian entgegen der weitverbreiteten Meinung keine reine Hochgebirgsplanze. In Asien hat Küpfer Enzian sogar
unter Palmen in subtropischen Gegenden gefunden.

[Quelle: Andreas Wawrzinek, dpa]

 

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Letzter Update: 02 May 2003