1. YU-ZHENG- Variationen des Stauungssyndromes

(auch fälschlich Depressionssyndrom genannt)

Aus Xu Da-Chuns Za Bing Zheng Zhi (Syndromdifferenzierung und Therapie diverser Krankheiten)

Xu Da-Chun (1693-1771) oder auch Xu Ling-Tai (weiteres Synonym Xu Da-Ye) war ein Universalgenie, studierte außer Medizin auch Astronomie, Wasser-Ingeneurswesen, Poesie und Literatur. Er vertrat sehr eigene, oft originelle Ideen über TCM, wie z.B. den sparsamen Gebrauch von Arzneibestandteilen und die Reduzierung der klassischen Rezepturen auf die direkt der Syndromdifferenzierung entsprechenden Bestandteile. Er war ein großer Gegner des Gebrauchs von warmen oder purgativen Arzneien, was er in seiner Kritik <Yi Guan Bian> recht polemisch darstellte. Nach dem Praktizieren von 50 Jahren Medizin ging er in den selbstgewählten Ruhestand und zog sich nach taoistischer Manier in die Berge zurück. Ein außergewöhnlicher Mensch. Einer meiner Lieblingsautoren. Seine gesammelten Werke finden sich in XU DA CHUN YI SHU QUAN JI veröffentlicht (bisher nur in Langzeichen wie auf Taiwan üblich) bei Ren Min Wei Sheng Chu Ban She (Volkshygiene Verlag) Beijing, 1996

Einführung: Überblick über die sechs Stauungen (liu yu) und verwandte Termini

Yù, ursprünglich ein Dickicht, ein undurchdringlicher Wald, dicht zusammengedrängt steht für Behinderung des Durchgangs. Das moderene Kurzzeichen ist ursprünglich ein Ortsname. Die deutsche Bezeichnung "eingeschnürt" halte daher ich für haltlos falsch (sorry, folks!).

Meine Terminologie unterscheidet deutlich wie die chinesischen Termini zwischen den pathologisch ähnlichen Termini Stagnation (chin. zhì), das generell für Qi und Verdauungsbrei verwendet wird und Stase (chin. yü, im 1.Ton), das fast ausschließlich für Blut verwendet wird. Daneben existieren Blut-Akkumulation (chin. xue-xù), die ätiologisch mit Hitze im Zusammenhang steht und schließlich Stauung (chin. yü, im 4. Ton), die ätiologisch meist durch aufgestaute Emotionen verursacht wird, und nachfolgend beschrieben wird.

Hier nochmals im Detail diese vier Termini, ihre Differenzierung und Definition:

Blutstase: (yu xue, yu =1.Ton)

Verlangsamung oder Anhalten des Blutflusses. Dieses kann sowohl durch exogene Einflüsse wie Traumen, pathogene Kälte und Hitze entstehen wie auch durch interne Leere-Syndrome wie Blut-Leere durch Blutverlust, Qi-Leere, YANG-Leere, Erschöpfung duch lange Krankheit, Schwäche nach Verausgabung und durch interne Fülle Syndrome wie Qi-Stagnation, Emotionale Ausbrüche und körperliche Überanstrengung.

Das Blut kann sich in den Blutgefäßen stauen und dadurch unzählige pathogene Einflüsse auf den Körper und die Organe nehmen, es kann auch die Blutgefäße verlassen und entweder als hemorrhagische Diathese in Form von Unterhautblutungen usw. auftreten oder als Blutung den Körper verlassen. Aus der Sicht westlicher Medizin deckt sich Blutstase nahezu völlig mit dem Blut-hyperviskositätssyndrom.

Stagnation: (zhì)

Verlangsamung der Fließbewegung bis hin zum Stillstand. Im Gegensatz zu "Stase", die eher blutspezifisch bezogen ist, wird dieser Begriff meist für Speisebrei (Verdauungsstagnation) und Qi (Qi-Stagnation) verwendet.

Blutakkumulation: (xù xue)

Dieser Begriff wurde zuerst von Zhang Zhong-Jing im SHANG HAN ZA BING LUN (dem heutigen SHANG HAN LUN) gebraucht, und zwar für eine Blutstase durch pathogene Hitze im unteren Erwärmer mit Symptomen wie Schmerzen im unteren Abdomen und teilweise psychische Störungen (siehe Übersetzung Jin Kui Kap. 16 und Shang Han Vers 124).

Später wurde der Begriff generalisiert und stand als Oberbegriff sowohl für alle Arten von Blutstase als auch für Blut-Stauung. Erst nach Wang Qing-Ren und Tang Zhong-Hai wurde der Begriff wieder mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung gebraucht.

Stauung: (yù)

Da es sich bei Verdauungsbrei, Blut, Qi und Körperflüssigkeiten um fließende Substanzen handelt, läuft jede Art von Behinderung dieses Flusses den physiologischen Prozessen entgegen. Das Qi, verantwortlich für die Beförderung aller anderen Substanzen ist als gestautes Qi (z.B. bei Stauung des Leber Qi) demnach auch Grundlage für alle anderen Stauungen, und sollte daher immer gleichzeitig mitbehandelt werden. Andere Formen der Stauung sind Blut-Stauung (yù-xue, eine Form der Blutstase, die durch Qi-Stauung entstand), Nässe-Stauung, Hitze-Stauung, Schleim-Stauung und Verdauungs-Stauung, eine durch emotionale Qi-Stauung ausgelöste Form der Verdauungs-Stagnation.

Die sechs Stauungen lassen sich stets auf emotionale Stauung zurückführen, was ebenfalls eine Behandlung der vorausgegangenen Emotion indiziert. Das häufigste Stauungssydrom ist wie schon erwähnt die Stauung des Leber Qi (Gan Qi Yu Jie).

Anmerkung: Diese 4 Termini wurden zu Xu Da-Chuns Zeiten noch nicht so definitiv klar unterschieden, so daß er nicht deutlich zwischen Blutstase und Blut-Stauung unterscheidet. Im Nei Jing finden sich bereits fünf Stauungen dargestellt, die später von Zhu Dan-Xi erweitert und präzisiert wurden. Auch Zhang Jie-Bing trug zur neueren Theorie der sechs Stauungen bei. Beide werden von Xu entsprechend an wichtigen Stellen ebenso wie das Nei Jing zitiert.

Doch Blutstase wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts von Wang Qing-Ren genauer differenziert und später von Tang Zong-Hai ergänzt. Dennoch - was jedoch das Stauungssyndrom angeht, so findet sich praktisch an keiner anderen Stelle ein Autor, der dies so genau wie Xu differenziert und ausführlich darstellt.

Nachfolgend der klassische Text aus Za Bing Zheng Zhi, Kapitel Yu Zheng (Stauungssyndrom) von Xu Da-Chun

Stauung ist ein Zusammenziehen oder Zusammenballen, das sich nicht lösen kann. Der Grund liegt darin, daß es sich nicht verteilt:

Wenn etwas aufsteigen sollte, steigt es nicht auf, wenn etwas hinabgehen sollte, geht es nicht hinab. Wenn es sich verändern sollte, verändert es sich nicht. Solange Qi und Blut harmonisch fließen, entstehen keine Krankheiten, doch wenn wo eine Stauung entsteht, da folgt auch gleich die Krankheit.

Durch Stauung für längere Zeit entsteht Krankheit, doch auch Krankheit für längere Zeit erzeugt Stauung und das falsche Verabreichen von Arzneimitteln erzeugt ebenfalls Stauung.

Innere Ursachen

Stauung ist das Behindern durch Stau; es bedeutet also ein Blockieren (des Flusses) durch Stau und Anhäufung (von etwas). Mal sind die sieben Emotionen blockiert und gehemmt, mal erfolgt Stauung aufgrund der neun Qi-Bewegungen mit pathogenen klimatischen Einflüssen wie Kälte oder Sommerhitze, mal auf die Hitze und Nässe durch exzessiven Alkoholgenuß, mal folgt Stauung durch die Stagnation von Getränken und Speisen, die wiederum durch eine langfristige Stauung von Nässe-Mukus entsteht.

Wenn das Qi gestaut ist, entsteht Nässe, wenn sich Nässe staut, entsteht Hitze; bei gestauter Hitze entsteht Schleim und gestauter Schleim staut auch das Blut. Wenn das Blut gestaut ist, dann werden die Speisen nicht transformiert. Daher können Qi, Blut, Nässe, Hitze, Schleim und Speise alle gleichermaßen eine Ursache für (sich gegenseitig bedingende) Stauung sein.

Äußere Symptomatik

Bei gestautem Qi, fühlt sich der Brustkorb (beim Atmen) zu voll an, in Rippen und Bauch besteht ein Völlegefühl sowie häufiges Aufstoßen von Gas.

Bei gestautem Schleim fühlt sich der Brustkorb zu voll an, und das Atmen geht keuchend und schnell. Es besteht ferner Schwindelgefühl und müde Abgeschlagenheit.

Bei gestautem Blut ist Appetit vorhanden, doch es bestehen Bauchschmerzen und der Urin ist rötlich und der Mund trocken.

Bei Nahrungsstagnation ist eine Abneigung gegen Essen vorhanden, und es besteht ein Klumpen- oder Völlegefühl im Bauchraum, sowie saures Aufstoßen und Blähungen.

Bei gestauter Nässe sind die Gelenke schmerzhaft und geschwollen und der Kopf fühlt sich an, als seie er mit einer schweren und dicken Schicht bedeckt (Turbangefühl). Die Symptome verschlimmern sich durch Yin-Einflüsse (wie Feuchtigkeit, Kühle Luft, Kälte usw).

Bei gestauter Hitze sind die Augen schwer und müde, das Urinieren ist schmerzhaft, der Mund ist trocken und es besteht eine nervöse Reizbarkeit. Diese Symptome verschlimmern sich bei Nacht.

Symtome fünf Zang-Organe

Beim Stauung am Herz ist der Geist getrübt und vergeßlich. Bei Stauung an der Leber fühlen sich die Flanken (Rippenbogenbereich) gebläht an und es tritt viel Gas durch Aufstoßen aus. Bei gestauter Milz besteht Appetitlosigkeit mit Klumpengefühl (pi) und Völlegefühl (man). Bei gestauter Lunge besteht ein trockenes Husten ohne Schleim. Bei gestauter Niere fühlt sich die Hüfte geschwollen an, (als ob man im Wasser stünde) der Urin ist trüb und der Patient kann nicht für lange stehen.

Bei Stauung der Galle besteht ein bitterer Mundgeschmack, eine erhöhte Nachmittagstemperatur, und ein starkes Herzklopfen begeleitet von Unruhe.

Symptome der sieben Emotionen

Bei Stauung durch Ärger entsteht kontravektives Qi, die Brust fühlt sich unangenehm voll und der Rippenbereich gebläht an. Bei Stauung durch Grübeln verklumpt sich das Qi, es entstehen Schluckauf, Übelkeit und Erbrechen. Bei Stauung durch Sorge sinkt das Qi ab, der Bauch fühlt sich voll an, und Appetitlosikeit tritt auf.

Wenn diese Situation lange anhält, entstehen Leere-Syndrome wie Blutverlust, oder ein chronischer Erschöpfungszustand, bei Frauen entsteht auch Amenorrö, Frühgeburt, starke Lochien oder Weißfluß.

Pulszeichen

Bei Stauung ist der Puls häufig tief, oder intermittierend, oder rasend, oder rauh, oder versteckt. Wenn die Stauung Leber oder Niere affliziert, so fühlt man es links, affliziert sie Milz oder Lunge, so spürt man es rechts. Sobald Qi, Blut, Nahrung, Schleim-Mukus (tan-yin) in ihrer Bewegung stocken, muß der Puls hierdurch auch stocken oder rauher werden. Wenn sogar ein gefangener, trommelförmiger, saitenförmiger Puls auftritt, so muß bereits ein Schaden entstanden sein.

Therapieverfahren

Da Stauung durch sich nicht entfaltendes Qi entsteht, das behindert und gestaut ist, ohne sich zerstreuen zu können, muß als erstes das Qi bewegt werden, danach müssen die Öffnungen freigemacht werden. Schließlich muß Hitze gekühlt, Schleim umgewandelt und Ballungen aufgelöst werden, je nachdem, wie groß ihr Anteil an der Störung ist.

Regulierung der Mitte

Die Behandlung von Stauungen benutzt vorwiegend die Regulierung der Mitte. Da Milz und Magen zur Mitte gehören, befinden sich Herz und Lunge darüber und Leber und Niere darunter, so daß das Qi dieser vier sich in der Mitte trifft. Wenn sich also jemand leicht und übermäßig ärgert, oder schlechte Essensgewohnheiten hat, so nehmen Leber und Magen als erstes Schaden. Die Mitte wird also häufiger von Stauung betroffen. Als Methode angebracht ist also das bewegen und öffnen, sozusagen das Anregen der Wolken im mittleren Kessel, dann können die 7 Emotionen und 5 Gemütszustände, die 9 Qi-Bewegungen und die 6 Exzesse nicht mehr schaden und zertreuen sich von selbst.

Die fünf Wandlungsphasen

Das Wesen des Holzes ist es sich gerade emporzustrecken; das Wesen des Feuers ist es, ausbreitend hinaufzulodern; das Wesen der Erde ist es sich ausgleichend zu vermischen; das Wesen des Metalls ist es, klar und scharf zu zerteilen; das Wesen des Wassers ist es, fließend zu verbinden. Daher muß man bei Stauung des Holzes dieses bewegen und antreiben, bei Stauung des Feuers dieses entfachen und verdampfen, bei Stauung der Erde diese berauben und befestigen, bei Stauung des Metalls dieses auszuleiten, bei Stauung des Wassers dieses zu kontrollieren und in Bahnen zu leiten. Man muß also das Qi regulieren, wenn eines im Übermäß ist, muß es (durch die kontrollierende Wandlungsphase) gehemmt werden. Dieses Hemmen bedeutet, es zu reduzieren.

Stauung des Holzes

Schwellung und Völlegefühl der Seiten und am unteren Rippenbogen, gerötete Augen die plötzlich Schmerzen, das sind Zeichen für Stauung des Holzes. Als Behandlungsmethode empfiehlt es sich das Holz anzutreiben. Antreiben heißt, es (i.d.F. das Leber-Qi) durchgängig zu machen und aufsteigen zu lassen.Wenn das Leber-Qi durch Ärger in Bewegung gerät und daraus emporloderndes Feuer entsteht (d.h. auflodernedes Leber-Feuer durch gestautes Qi), dann nützen bittere, scharfe und kühlende Arzneien mit absenkendem Charakter nichts.

Stattdessen sollten zur Behandlung emportreibende austreibende Mittel verwendet werden, kombiniert mit zum Jue-Yin (Leber-Meridian) hinleitenden Arzneien.

Lange anhaltendes Wind-Syndrom schädigt die Mitte und führt zu Diarrhö mit unverdauten Nahrungsresten, da das klare Qi nach unten geht (statt wie normal nach oben). Deshalb wird leichte emporhebende Arznei verwendet um es zu stützen und hinaufzutreiben.

Wenn die Krankheit nun ein Fülle-Syndrom des Holzes ist, und der Puls saitenförmig (d.h. kein Leere-Puls), wenn außerdem der rasche Einsatz von Qi-senkenden, bitteren, kühlenden Arzneien wirkungslos war, dann kann die emetische Methode benutzt werden um das Leber-Qi wieder zu glätten und zu heben. Danach reguliert sich die Leber von selbst.

Stauung des Feuers

Hauteruptionen und Nachmittagsfieber, Husten mit Schleim und Keuchen, das sind Zeichen für Feuer-Stauung. Als geeignete Behandlungsmethode empfiehlt sich die Diaphorese, das heißt ein Auflösen der Stauung durch schwitzen und austreiben. Wenn die Poren geschlossen sind, erhitzt sich das Hitze-Pathogen bis hin zur Stauung.

Man benutzt also Oberfläche befreiende, schweißtreibende Mittel um die Stauung zu dispergieren. Durch diese entstehende Kühlung wird die Zusammenballen verhindert. Wenn sich Feuer im Inneren staut, sind keine bitteren, kühlenden, senkenden Mittel angebracht, sondern hebende emportreibende Mittel und als Zusatz scharfe, warme Diaphoretika, die das Feuer gemäß seiner Natur mit sich nehmen. Wenn das (gestaute Feuer dann wieder) seine ursprüngliche Natur erreicht hat, hört es von selbst auf. Dies ist die Bedeutung von "gestautes Feuer sollte man befreien". (Nei Jing)

Stauung der Erde

Stagnierte Nahrung, Schleimansammlung, Hitze, die Magen und Darm verstopft, das sind Zeichen für Erde-Stauung. Als geeignete Behandlungsmethode empfiehlt sich das Berauben. Berauben bedeutet Ausleiten durch Purgation, d.h. attackieren und reduzieren (der Stauung). Die pathogene Hitze sammelt sich im Magen, es besteht ein verstopfende Ansammlung. Man benutzt nun also salzige, kalte Mittel zum berauben durch austreiben (d.h. purgieren z.B. mit Mirabillitum).

Wenn in der Mitte nun Völlegefühl und Blähungen bestehen, weil sich Hitze-Nässe Pathogene dort zusammenballen, dann benutzt man ebenfalls die ausleitende Purgation. Wenn solche Symptome stark sind, so daß ein einmaliges Purgieren nicht genügt, so mußman entsprechend stark purgieren.

Bei Colitisartiger Nässe-Hitze Diarhö, mit ständigen dringenden Stuhlgängen, kann man sowohl Qi-bewegende Methoden als auch Stuhlfördernde Methoden verwenden. Danach normalisiert sich der Zustand.

Stauung des Metalls

Harnverhaltung und asthmatisches Keuchen, Schwellung und Blähungen verbunden mit Schlaflosigkeit, das sind Zeichen für Stauung des Metalls. Als geeignete Behandlungsmethode empfiehlt sich das ausleiten. Ausleiten bedeutet mit diuretisch ausleiten, d.h. das Qi mit dem Urinfluß in Gang bringen. Wenn die Lunge durch Feuer erhitzt wird, so daß das ihre Wirkung (auf das Wasser) nicht funktioniert, dann weiß man die (obere) Regulator des Wassers ist gestaut und die Passage des Wassers blockiert. Man verwendet dann klärende, absenkende Arznei um das Metal (Lunge) zu aktivieren und zu befeuchten, so daß der Fluß wiederhergestellt ist. Wenn das Lungen-Qi blockiert ist, dann richtet sich (der Patient) auf und kann nicht (liegend) schlafen. Solange das Lungen-Qi nicht kräftig genug ist, kann es auch nicht durchgängig fließen.

Stauung des Wassers

Wassersucht, Ödeme und Schwellungen, Stockung von Stuhl und Urin, das sind Zeichen für Stauung des Wassers. Als geeignete Behandlungsmethode empfiehlt sich das Kontrollieren. Kontrollieren bedeutet es zu leiten um zu dämmen zu attackieren um es zu reduzieren. Wenn sein Übermaß reduziert und beseitigt wird, dann kehrt wieder ein Gleichgewicht ein.

In Fällen von starken Ödemen durch Wasser-Stauung und wasserbedingter Schwellung ist das Yuan-Qi in Fülle, so daß man wasserausleitende Arznei benutzen kann um es zu attackieren und zu reduzieren.

Man kann hier sowohl den Stuhlgang anregen, wie auch den Urin fördern und ebenso diaphoretisches Schweißtreiben benutzen; alle drei Methoden könne je nach Situation ausgewählt werden und zu reduzieren und das Gleichgewicht zurückzubringen.

Stauung der Gemütszustände

Zu Beginn reich, am Ende arm, das nennt man die Essenz verlieren. Zu Anfangs teuer, am Ende billig, das nennt man den Verlust des Glanzes.

Ein ausgezehrter, dünner Körper und eine geistige Schwäche, die Vorliebe sich in dunkle Ecken zurückzuziehen und dort zu sitzen oder zu schlafen, wie ein Geistesgestörter (=Depression), ferner bei Frauen eine Mentruationsschwäche, bei Männern ein schmerzhaftes Urinieren, das sind alles Zeichen für eine Stauungserkrankung.

Häufig bei bei Männern mit vormaligem Status, die ständig nach Auswegen sinnen und sich mit dem wiedergewinnen verlorenen Glanzes verausgaben, so daß ihre Gestalt geschwächt wirkt, ihr Appetit und Ernährung ungenügend ist, der obere Erwärmer stockt und der untere Verdauungsweg verstopft ist, entwickelt sich eine Hitze des Magen-Qi, und die Hitze schnürt die Brust ein. Aus dieser inneren Hitze entsteht auch ein Stauungszustand, nämlich das typische Syndrom, welches mit Gui Pi Tang (Milz wiederbringendes Dekokt) reguliert werden kann.

Regulierung des Qi

Nach der Behandlung von Stauung, wenn das ganze Qi reguliert wurde aber noch immer nicht ausgeglichen ist, dann muß zur Regulierung jeweils das kontrollierende Element (=Wandlungsphase) gestärkt werden:

Wenn eine Holz-Stauung noch nicht beseitigt ist, dann muß das Metall der Lunge erfrischt werden. Wenn eine Feuer-Stauung noch nicht beseitigt ist, dann muß das Wasser der Niere genährt werden. Wenn eine Erde-Stauung noch nicht beseitigt ist, dann muß die Leber genährt und ihr Qi reguliert werden. Wenn eine Metall-Stauung noch nicht beseitigt ist, dann muß das Feuer entfacht und zurückgebracht werden. Wenn eine Wasser-Stauung noch nicht beseitigt ist, dann muß der Milz (Erde) beim Transport und Transformation geholfen werden.

All diese Stauungen werden mittels des kontrollierenden Elementes behandelt um durch Kürzung des Übermaßes eine Regulierung zu beweirken.

Zu verwendende Arzneimittel

Als Hauptrezptur gilt Er Chen Tang (Dekokt der zwei Gereiften) plus Xiang Fu und Chuan Xiong. Bei Nässe-Stau gebe man Cang Zhu und Bai Zhi (Rhz. Atractylodes & Rx. Angelica Dahurica) hinzu.

Bei Hitze-Stauung gebe man Huang Qin und Zhi Zi (Rx. Scutellaria & Fruct. Gardenia) hinzu.

Bei Schleim-Stauung gebe man Gua Lou Ren und Chuan Bei (Sem. Trichosanthis & Bulb. Fritillaria) hinzu. Bei Speise-Stauung gebe man Shan Zha und Mai Ya (Fruct. Crategi & Fruct. Hordei) hinzu. Bei Blut-Stauung gebe man Tao Ren und Hong Hua (Sem. Persica & Flos Carthami) hinzu.

Bei Qi-Stauung gebe man Hou Po und Zhi Ke (Cort. Magnolia & Fruct. Citrus aurantii) hinzu.

Da Qi, Blut, Schleim, Nässe und Speise alle ein Stauung bilden können, ist Yue Ju Wan (Zusammenkrümmen beseitigende Pille, alias Einschnürung beseitigende Pille) hier das Mittel der Wahl.

Bei Stauung durch übermäßiges Grübeln und Denken hilft Gui Pi Tang (s.o.), bei Wut und unterdrücktem Ärger hilft Xiao Yao San mit in Ingwer gekochtem Zhi Zi (s.o). Bei längerfristigem Stauungszustand wird das Qi rauh und das Blut verbraucht; Dang Gui zum Ginseng tonisiert das Blut, Bai Shao zum Cang Zhu reguliert die Milz. Zhi Zi ist von seiner Natur her klar und leicht, und dunkel egrösteter Ingwersaft vermag dessen Wirkung sowohl zu heben wie auch zu senken, so daß Hitze in allen fünf Zang gelöst und das Blut im Shao Yin gemehrt werden kann. Wenn dies nicht frühzeitig geschieht, so liegt darin die Wurzel zur Verschlimmerung bis hin zu einer Erschöpfungserkrankung mit Blutverlust.

Ausgewählte Rezepturen

Yue Ju Wan (Zusammenkrümmen beseitigende Pille, alias Einschnürung beseitigende Pille)

Behandelt Qi und Blut-Stauung mit beschleunigtem, saitenförmigen oder rauhen Puls.

bulletXiang Fu 90g, Chang Zhu 45g, Zhi Zi 60g, Shen Qu (Massa Fermentata) 60g, Chuan Xiong 30g, mischen und zu Pillen mit je 9g verarbeiten die dann in heißem Wasser gekocht werden.

Qi, Blut, Schleim, Nässe und Speise beeinflussen sich alle gegenseitig als Ursache der Stauung und blockieren die Bewegung des Qi und des Blutes, so daß dieses sich nicht durchgängig fließen können. Xiang Fu lockert die Qi-Stauung und Chuan Xiong löst die Blut-Stauung, in Ingwer dunkel geröstete Zhi Zi kühlen Hitze und verteilen Feuer-Stauungen. Cang Zhu trocknet Nässe, und stärkt die Milz und löst Nässe-Stauungen, Shen Qu hilft Verdauen und löst Speise-Stauung auf, so daß auch Schleim-Stauung gar nicht anders kann, als sich ebenfalls zu lösen.

Diese Pille die dann zum Dekokt gekocht wird, ist auf jeden Fall eine der wichtigsten Rezepturen zur Behaadlung von Stauungen, da es alle sechs Arten von Stauungen gut auflösen kann.

Qi Yu Tang (Qi-Stauung Dekokt)

Behandelt durch Ärger hervorgerufenes kontravektives Qi, mit Völlegefühl und Gedunsenheit von Brust und oberem Bauchraum, sowie saitenförmigem Puls.

bulletXiang Fu 4.5g; Cang Zhu 4.5g; Ban Xia 4.5g; Fu Ling 4.5g, Zhi Zi 4.5g, Chuan Xiong 3g, Su Zi 9g, Mu Xiang 3g, Ju Hong 4.5g, Sheng Jiang 9g in Wasser kochen, 3g gemahlene Bin Lang hinzufügen, absieben und warm trinken.

Das Qi steigt durch Wut nach oben und eine Ansammlung von Ärger schadet der Leber, deren Qi kontravektiv nach oben steigt, was dann zu Spannungsgefühlen in Brust und oberem Bauchraum was dort zu Völlegefühl, Blähung, und Schmerzen führt. Xiang Fu löst Qi-Stauung und reguliert die Leber, Chuan Xiong löst Blut-Stauung und öffnet die Leber, Cang Zhu trocknet Nässe-Stauung und stärkt die Milz, Ban Xia wandelt Schleim um und weckt Milz und Magen, Mu Xiang reguliert Qi und löst Stauungen, Fu Ling leitet Nässe aus und harmonisiert die Milz, Zhi Zi kühlt Hitze-Stauung und beruhigt die Leber, Su Zi verteilt Schleim-Stauungen und hilft der Lunge, Ju Hong bewegt das Qi und vermagt uaf sanfte Weise schleimige Säfte reduzieren, Sheng Jiang zerstreut Völlegefühl und hellt die Seele wieder auf, Bin Lang senkt kontravektives Qi, durch Verwendung von frisch gemahlenem wird die Wirkung noch stärker und noch schneller erzielt. Der Ärger zerstreut sich, das Qi wird friedlich, so daß Magen und Leber wieder im Einklang sind und das blähende Völlegefühl von selbst zurückgeht, wie sollte dann noch eine Stockung im Brustraum verbleiben können ?

Dies ist eine Stauung lösende Leber regulierende Rezeptur, die durch Ärger entstandene Folgen von kontravektivem Qi, wie Völlegefühl und Druck hervorragend beseitigt.

Shi Yu Tang (Nässe-Stauung Dekokt)

.Behandelt Nässe-Stauung mit Abgeschlagenheit und Schweregefühl des Körpers oder Schmerz, die sich abends verschlimmern. Der Puls ist saitenförmig und fein aber kraftvoll.

bulletQiang Huo 4.5g, Du Huo 4.5g, Hou Po 3g, Bai Zhu 4.5g, Xiang Fu 4.5g; Cang Zhu 4.5g; Fu Ling 4.5g, Chuan Xiong 3g, Ju Hong 4.5g, Gan Cao 2g, Sheng Jiang 3 Scheiben, in Wasser kochen, absieben und warm trinken.

Nässe-Stauung befällt die Mitte, die nicht transformieren und zu den Gliedern hin transportieren kann, so daß das Yang nicht die Bewegungen kräftigt und der Körper (beim Bewegen) müde, schwer und schmerzhaft wird. Wenn außerdem noch Nässe (des Abendnebels oder Morgentaus) von Außen dazukommt, so verschlimmert sich der Zustand.

Cang Zhu durch seine Nässe trocknende und Milz stärkende Eigenschaften besiegt somit die äußeren Anzeichen der Nässe-Stauung, wohingegen die Nässe trocknende und Milz stärkende Eigenschaften von Bai Zhu die Wurzel der Nässe-Stauung kontrolliert. Ju Hong bewegt das Qi und beruhigt das Zwerchfell. Hou Po zerstreut Stauung und beseitigt Nässe; Xiang Fu reguliert Qi und löst Stauung; Fu Ling leitet Nässe aus und harmonisiert die Milz; Gan Cao beruhigt die Mitte, Chuan Xiong belebt das Blut und die Adern, Sheng Jiang wärmt den Magen und zerstreut Kälte, die beiden Huo, Qiang Huo und Du Huo glätten den Fluß in den Meridianen und beseitigt so durch Nässe entstandenes Klumpengefühl (pi). Es wird gekocht und warm einngenommen. Durch das unterstützen der Milz und regulieren des Qi, werden die Meridiane durchgängig und die Nässe wird ausgeschieden und kann sich nicht im Inneren stauen, so daß Körperschwere, Müdigkeit und Schmerz gar nicht anders können als zu vergehen.

Diese Rezeptur reguliert die Mitte und befreit die Oberfläche und ist ein hervorragendes Mittel bei Nässe-Stauung mit Schmerz und Schwergefühl.

Xue Yu Tang (Blut-Stauung Dekokt)

Behandelt Druck in der Brust und schmerzhafte Blockaden, mit schwarzem Stuhl und rauhem oder stockenden Puls.

bulletTao Ren 9g, Hong Hua 3g, Su Mu 4.5g, Xian Fu 9g, Chi Qu 3g, Zha Rou 9g, Tong Cao 3g, Shan Chuan Jia, in Essig geröstet 3g, Chen Xiang 3g zusammen in Wasser kochen und durchsieben, dann mit einer Tasse Ingwersaft und Schalottensaft zusammen trinken.

Eine Blutstase staut die Mitte, so daß der Zwerchfellraum blockiert ist und die Brust sich eng und bedrückt anfühlt und schmerzt, der Stuhl ist schwarz und glänzend (Teerstuhl) durch nach unten gehende Blutstase. Tao Ren (Persica) stasebrechend und lösend und befeuchtet die Trockenheit, Su Mu belebt das Blut und glättet die Leber, Hong Hua (Carthamus) wirdkt verwnadelt das gestaute Blut durch seine blutbelebende Eigenschaft, Chi Qu (Massa Ferm.) wandelt Blutansammlungen um und reguliert die Mitte, Xiang Fu reguliert das Qi und löst Stauungen, Shan Zha reguliert Blut und verwndelt Stagnation, Shan Jia (Mantis) macht die Meridiane und das Zwerchfell durchgängig und befreit diese von schlechtem Qi, Ton Cao hilft der Milz beim Transport der Nässe und entspannt den Zwechfellraum. Jiang Zhi (Ingwersaft) bewegt Schleim Schalottensaft wandelt Stase um.

Nach dem kochen und einnehmen mit den Säften, bewgt sich das gestockte Blut, und der Schleim, sodaß Milz und Magen reguliert werden, der Schmerz und das Druckgefühl in der Brust gar nicht ander können, als zurückzugehen, die Blutstase wird geklärt, der Stuhl bewegt sich, und der Stuhlgang normalisiert sich. Dies ist eine Blutstase umwandelnde Ansammlungen auflösende Rezeptur, die besonders bei Blutstase mit Schmerz im Brustraum wirkt.

Huo Yu Tang (Leere-Feuer-Stauung Dekokt)

Behandelt Feuer-Stauung mit Hitzebildung, sowie Hitzegefühl in den Handflächen und Fußsohlen mit Reizbarkeit und beschleunigtem Puls.

bulletSheng Di 15g, Lian Qiao 4.5g, Huang Jin 4.5g, Dan Dou Chi 4.5g, Zhi Zi 4.5g, Ge Gen 4.5g, Shi Gao 9g, Jing Jie 4.5g, Gan Cao 2g, Zhu Ye 9g zusammen kochen und absieben, warm einnehmen.

Da Feuer-Stauung in der Mitte liegt, löst sich die Stauung nicht und das Pathogen wird nicht freigesetzt, daher besteht eine ständige Hitze und ein Hitzegefühl in Händen und Füßen mit Reizbarkeit.

Lian Qiao kühlt Hitze und verteilt Anssammlungen, Huang Qin kühlt Feuer und leitet die Hitze aus, Shi Gao kühlt das Yang Ming-Feuer und hilft den anderen Arzneien durch Öffnen der Poren auszuleiten, Zhi Zi kühlt Feuer in allen drei Erwärmern und hilf den anderen Arzneien die Hitze via Urin auszuscheiden. Zhu Ye behendaelt Hitze im Inneren des Zwerchfelles, Sheng Cao Mäßigt Hitze und Schäden des Qi durch Hitze, Ge Gen löst Hitze durch permanente Stauung, Shen Di nährt das von der Hitze aufgebrauchte Yin. Jing Jie besänftigt (Hitze) und Dou Dan Chi treibt sie aus.

Diese Rezeptur behandelt durch ausleiten der Stauung im Inneren und lösen der pathogenen Hitze an der Oberfläche, nähren und befeuchten des aufgebrauchten Yin, so daß es undenkbar ist, daß die Reizbarkeit und Hitzegefühl in den Händen und Füßen nicht weggehen.

Dies ist eine Feuer kühlende, Hitze zerstreuende Rezeptur, die hervorragend bei Hitze durch Feuer-Stauung wirkt.

Tan Yu Run Xia Wan (Schleim-Stauung Dekokt)

Behandelt Schleim-Stauung die zur seltsamen Symptomen führt, mit schlüpfrigem, tiefen und schnellen Puls.

bulletDan Nan Xing 60g, Huang Lian 45g, Ban Xia 45g, Huang Qin 45g, Ju Hong 45g, Bai Fan 60g zu Pulver zermahlen und mit Ingwersaft und Bambussaft zu 9g schweren Pillen verarbeiten, mit Zhu Sha (Cinnabar) Pulver dünn bestäuben mit Silbe und anschließend mit Jin Bo Tang ("Dünngold Dekokt" aus Wang Ken-Tangs Buch Zheng Zhi Zhun Shen) einnehmen.

Bei Schleim-Staung im Perikard kann das Zong-Qi der Brust sich nicht wandeln und trübt die Sinne, daher entstehen daraus allerhand merkwürdige Symptome. Dan Nan Xing wandelt Hitze-Schleim um und kühlt Leber und Galle, Ban Xia wandelt Nässe um und erfrischt Milz und Magen, Huang Lian kühlt Hitze und trocknet Nässe und reduziert so das Feuer am Perikard, Ju Hong macht den Zwerchfellraum durchgängig, beseitigt Schleim und entspannt das Qi der Brustmitte (Tan Zhong). Huang Qin kühlt Hitze im oberen (Erwärmer), Bai Fan löst den Schleim der Mitte auf. Die Herstellung der Pillen mittels Ingwersaft und Bambussaft ist hilfreich beim Reduzieren des Schleims in den Meridianen, die Schicht aus Zhu Sha beruhigt Herz und Geist. Die Leber beherbergt die (höhere) Hun-Seele die Lunge die (niedere) Po-Seele, die Jin Bo Tang läßt das Metall (Lunge) über das Holz (Leber) triumphieren, so daß das Feuer des Holzes (Leber) sich wieder legt und die Schleim-Stauung sich selbst auflöst, Hun und Po sich beruhigen. Wie können da noch seltsame Syndrome übrigbleiben, die nicht geheilt wurden ?

Dies ist eine Schleim umwandelnde und Feuer kühlende Rezeptur, die alle seltsamen Symptome die durch Schleim und Feuer verursacht wurden, behandelt.

Shen Xiang San (Pulver des Himmlichen Geruches)

Behandelt stagniertes Qi und Kälte die sich in Brust und Epigastrium zusammenballt mit Schluckauf und Schmerzen, sowie saitenförmigen und rauhen Puls.
bulletDing Xiang (Flos Caryophylli) 90g und Bai Dou Kou 90g zu Pulver mahlen und 3g-6g mit frischem Ingwersaft einnehmen.

Wenn sich Kälte zusammenzieht und dadurch das Qi sich staut, so wird das klare Yang beeinträchtigt und kann nicht hinauf steigen und Hals und Zwerchfell umgeben, und auch das Yang des Epigastriums kann kann sich auch nicht transformieren, so daß im Bereich des Mittelbauchs (Zhong Wan) Schmerzen auftreten und mal Schluckauf mal Aufstoßen hinzukommt. Dies ist eine der wichtigsten Rerzepturen um diese drei Symptome zu reduzieren; Ding Xiang wärmt die Mitte und zerstreut Stagnation, Bai Dou Kou reguliert das Qi und macht die Brust frei; die Schärfe des mit dem Pulver zusammen eingenommenen frischen Ingwers zerstreut Kälte im Bereich des Zwerchfells, so daß die (symptomatischen) Zweige behandelt werden und die Wurzeln (der Krankheit) diesen nachfolgt. Zwar bilden die Rezeptur nur diese zwei Arzneien, doch die Wirkung ist hervorragend: Sie wärmen die Mitte, befreien das Zwerchfell, zerstreuen die Kälte und transfomieren das Qi. Wenn die Kälte zerstreut ist und das Qi reguliert, dann verteilt sich das klare Ynag wieder und auch das Yang im Epigstrium transformiert wieder, daher wird der Schmerz dort vertrieben und Schluckauf und Aufstoßen können unmöglich nicht vergehen.

Dies ist eine die Mitte wärmende, Qi transformierende Rezepturdie besonders in Fällen von Schmerzen und Schluckauf oder Aufstoßen hilft, wo andere Arzneien versagt haben.

Liu Yu Tang (Sechs Stauungen Dekokt)

Behandelt sich nicht auflösende Stauungen mit rauhem, saitenförmigen und schnellen Puls.

bulletXiang Fu 4.5g, Chuan Xiong 3g, Cang Zhu 9g, Zhi Zi 4.5g, Ban Xia 4.5g, Chi Ling 4.5g Ju Hong 4.5g, Zhi Gan Cao 2g, Sha Ren 2g, Sheng Jiang (frischer Ingwer) 3 Scheiben, zusammen kochen und absieben, warm einnehmen.

Bei Qi-Stauung Wu Yao und Mu Xiang hinzufügen; bei Nässe-Stauung Bai Zhu und Cang Zhu; bei Hitze-Stauung Huang Qin und Zhi Zi; bei Schleim-Stauung Tian Nan Xing und Ban Xia; bei Blut-Stauung Tao Ren (Persica) und Hong Hua (Carthamus); bei Nahrungsstauung Shen Qu (Massa Fermentata) und Shan Zha (Crategus).

Die Ursache für die sechs Stauungen können unterschiedlich sein, und jedes Symptom kann wiederum ein anderes verursachen, so daß es heißt, bei der Therapie der Stauungen muß muß in jedem Falle die Zusammenhänge erkennen.

Xiang Fu reguliert das Qi und löst Stauungen, Chuan Xiong reguliert das Blut und löst Stauungen, Cang Zhu beseitigt Nässe-Stauungen, Zhi Zi beseitigt Hitze-Stauungen, Ban Xia trocknet Nässe und wandelt Schleim um, Ju Hong fördert das Qi und wandelt Schleim um, Sha Ren reguliert Qi und erfrischt die Milz, Chi Ling leitet Nässe aus und stärkt die Erde (Mitte) und reguliert Milz und Magen, Zhi Gan Cao dämpft die (akute) Mitte und harmonisert den Magen, Sheng Jiang befreit die Brust und das Zwerchfell, so daß die Stauung gar nicht anders kann, als sich aufzulösen.

Bei Qi-Stauung fügt man Wu Yao und Mu Xiang hinzu um das Qi zu regulieren; bei Nässe-Stauung Bai Zhu und Cang Zhu, um die Nässe zu trocknen; bei Hitze-Stauung Huang Qin und Zhi Zi, um die Hitze zu entfernen; bei Schleim-Stauung Tian Nan Xing und Ban Xia, um den Schleim umzuwandeln; bei Blut-Stauung Tao Ren (Persica) und Hong Hua (Carthamus), um das Blut zu beleben; und bei Nahrungsstauung Shen Qu (Massa Fermentata) und Shan Zha (Crategus) um die Verdauung anzuregen.

Dies ist eine Anbwandlung von Yue Ju Wan, die eine gute Rezptur für alle sechs Stauungen darstellt.

Sheng Jiu Yin (Rohe Schalotten Dekokt)

Behandelt gestautes Blut am Mageneingang mit Schmerz, Schluckauf, und Aufstoßen, bei rauhem Puls.

bulletSheng Jiu (Rohe Schalotten) 480g zu Saft gepresst, diesen häufig trinken.

Wenn sich eine Blutstauung sich in der Mitte bildet, kann sich das Magen-Qi nicht transformieren, und der Mageneingang ist blockiert, so daß ein Schmerz im Epigastrium entsteht. Blutiges Aufstoßen entsteht an dieser Stelle. Die Schalotte ist eine Gemüsesorte von grüner Farbe und scharfem Geschmack, ihre Natur vermag das Blut zu beleben und Blutstasen zu zerstreuen. Dieser frisch gepresste Saft öffnet die Magenpforte und wandelt die Blutstase um. Durch häufiges Trinken wird die Stase beseitigt und das Blut belebt, so daß das Magen-Qi geklärt und befeuchtet wird und xxxxxxxxx.

Wie können da noch Austoßen und Schluckauf bestehen ?

Dies ist eine Rezeptur zur Behandlung von sich nicht umwandelnder Blut-Stauung, besonders bei Schmerz, Aufstoßen und Schluckauf.

Wen Dan Tang (Galle wärmendes Dekokt)

Diese Rezeptur behandelt Qi-Stauung und starken Speichelfluß mit Schreckhaftigkeit, Herzklopfen, Herzschmerzen und saitenförmigen, beschleunigten Puls.

bulletBan Xia 4.5g, Zhi Shi 3g, Fu Shen (Poria) 6g, Ju Hong 4.5g, Sheng Gan Cao (Glycyrrhiza) 2g, Zhu Ru 6g (Bambusa in Taeniam), Sheng Jiang (Frischer Ingwer) 3 Scheiben zusammen kochen und absieben, warm einnehmen.

Die Qi-Stauung erzeugt Speichel, ein Übermaß an Speichel und schleimigen Flüssigkeiten im Inneren, die Herz und Galle stören, so daß unaufhörlich Herzschmerzen, Schreckhaftigkeit und Herzklopfen. Ban Xia wandelt Speichel um und reinigt Mukus, Ju Hong bewegt das Qi und beseitigt Speichel, Fu Shen (Poria) beruhigt den Geist und leitet Nässe aus, Zhu Ru (Bambusa in Taeniam) klärt Hitze und löst Stauung, Zhi Shi bricht stagniertes Qi auf und senkt es ab, Sheng Gan Cao (Glycyrrhiza) beseitigt akute Störungen der Mitte und harmonisiert den Magen, Sheng Jiang (Frischer Ingwer), zerstreut Stauungen und stoppt Speichelfluß.

Gekocht und warm getrunken beseitigt (diese Rezeptur) die Stauung und bewegt das Qi, so daß Speichel und Mukus sich wieder transformieren und Herz und Galle wieder ruhig werden. Schreck, Herzklopfen, und Herzschmerz können gar nicht anders als wegzugehen.

Dies ist eine Rezeptur zum Auflösen der Stauung und transformation des (übermäßigen) Speichels, die besonders geeignet ist, bei durch Qi-Stauung entstandenem Speichel und Mukus mit Schreckhaftigkeit, Herzklopfen, und Herzschmerz.

Huo Yu Tang II (Fülle-Feuer-Stauung Dekokt)

Behandelt unbewegliche Feuer-Stauung, mit starker Abneigung gegen Kälte und oberflächlichem, beschleunigten Puls.

bulletSheng Ma 3g, Ge Gen 4.5g, Bai Shao 4.5g, Fang Feng 4.5g, Gan Cao 4.5g, Chai Hu 3g, Cong Bai (Lauchstengel) 3 Stk. zusammen kochen und absieben, warm einnehmen.

Bei Feuer-Stauung der Mitte ist das klare Yang-Qi behindert, es kann nicht aufsteigen und sich verteilen, daher ist hier das Frieren sehr ausgeprägt und die (fühlbare) Hitze nur schwach. Sheng Ma hebt das Yang empor und zerstreut Hitze, Ge Gen befreit die Muskelschicht von Hitze, Fang Feng befreit die Oberfläche und verteilt die Hitze, Chai Hu macht die Haut durchgängig und verteilt Hitze, Bai Shao sammelt das Yin der Nährenergie (Ying-Qi) und reduziert so die Hitze (die durch Yin-Mangel entstanden ist), Gan Cao leitet Feuer aus und mildert (akute Zustände) der Mitte, Cong Bai läßt das Yang-Qi frei fließen und beseitigt so Feuer-Stauungen. Nach dem kochen und Einnehmen kann sich das unterdrückte klare Yang wieder ausbreiten, so daß sich die Feuer-Stauung von selbst auflöst, die Hitze ausgetrieben wird und Kälteabneigung (das Frieren) gar nicht anders kann als aufzuhören.

Dies ist eine Yang hebende und Feuer zerstreuende Rezeptur, die besonders bei Ansammlung von Feuer-Stauung wirkungsvoll ist.

 

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Letzter Update: 02 May 2003