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DAS SU NÜ JING

(übersetzt von Yuan Chu)

Das Su Nü Jing ist Teil einer klassischen Sammlung Yi-Xing Fang, die von Ye De-Hui
(1864-1927) aus den noch erhaltenen klassischen Schriften kompilert wurde. Als Author wird
Huang Di, der gelbe Kaiser angegeben, da es in Dialogform mit diesem geschrieben wurde.
Dennoch ist dieser wahrscheinlich genausowenig Autor de Su Nü Jing wie des Nei Jing, da
Autorenschaft in antiker Zeit zugunsten einer zugeschriebenen Autorität aufgegeben wurde.
Laut der Überlieferung war Su Nü (d.h. das pure, oder einfache Mädchen, da dieses Attribut
einem taoistischen Ideal entspricht) eine Göttin des taoistischen Pantheons, deren irdische
Inkarnation dem alternden Gelben Kaiser die lebensverängernden Sexualtechniken des
chinesischen Altertums beibrachte. Van Gulik, Needham u.a. zitieren zwar oft dieses Buch, aber
es ist derzeit nirgendwo übersetzt zur Gänze erhältlich.

Teil 1, 15.9.98

Huang Di fragte Su Nü: Meine Kraft läßt nach, und gerät aus dem harmonischen Gleichgewicht
und ich fühle mich unglücklich. Oft habe ich starke Angstgefühle, woher kommt das ?

Su Nü: Alle Schwäche und Kraftlosigkeit resultieren aus dem Schaden der entsteht, wenn das
Yin und Yang der Geschlechter nicht im Gleichgewicht sind. Die geschlechtliche Essenz der Frau
ist stark, die des Mannes schwach, so wie das Wasser das Feuer besiegen kann. Der Akt ist wie
ein Kochvorgang: Wenn man die Anteile von Feuer und Wasser reguliert, die fünf Geschmäcker
richtig abstimmt, dann wird die Speise erst richtig gar und gut. Wer das Tao der Regulierung von
Yin und Yang kennt, der kann die fünf Freuden erst richtig wahrnehmen. Wer dies aber nicht
kennt, der altert früh und entbehrt aller Freuden. Dies muß in jedem Falle beachtet werden!

Su Nü sprach: Es gibt ein erlesenes Mädchen (Cai Nü), das sich ausgezeichnet auf die
geschickten Künste versteht.

Der Kaiser sandte diese zum alten Peng Zu (der Methusalem des chinesischen Altertums) um
von ihm die Künste der Lebensverlängerung zu lernen. Peng Zu erklärte: Behüte die Kraft der
Jing-Essenz, nähre den Shen-Geist, tonisiere mit verschiedenen Heilarzneien, dann kannst Du
die Langlebigkeit erlangen. Wenn Du jedoch den sexuellen Austausch nicht verstehst, dann hat
nutzt auch die beste Arznei nichts. Wenn Mann und Frau sich vereinen, ist es, wie als wenn
Himmel und Erde sich gegenseitig hervorbringen.

Durch die Früchte der Vereinigung von Himmel und Erde entsteht Leben ohne Ende und jenseits
aller Grenzen. Wenn nun der Mensch das Tao der Vereinigung nicht kennt, so schadet er dem
Körper und findet ein frühes Ende. Wenn er aber die Kunst des Yin und Yang beherrscht, so
findet er das todlose Tao.

Cai Nü bittete Peng Zu weiter nach Unterrichtung: Peng Zu antwortete: Diese Worte sind leicht
begreifen doch die meisten Menschen werden sie nicht glauben, weil sie nicht gleich Ergebnisse
zeigen. Der Kaiser darf nun gerade nach den geistig erschöpfenden unzähligen
Regierungsarbeiten, dem körperlich ermüdenden Ordnen von tausend Dingen auf keinen Fall
die diversen Arten der Selbstkultivierung ignorieren. Der Kaiser ist nun so glücklich sich im
hinteren Palast (Frauengemächer) vergnügen zu können, sich mit vielen jungen Frauen zu
vereinen. Wenn er vermag, hierbei weniger Jing-Essenz (hier:Sperma) zu verlieren, so
verbessert sich dadurch seine Gesundheit und viele Krankheiten entstehen erst gar nicht.

Su Nü sprach: Zum Thema des Kaisers Gegenüber- Ihr solltet Eure Bettgefährtin mit hartem
Stein vergleichen und Euch selbst mit (zerbrechlichem) Gold und Jade. Wenn ihr bemerkt, daß
sie kurz vor dem Höhepunkt steht, zieht Euch schnell zurück (statt sich mitreißen zu lassen). Es
ist sonst wie der Ritt auf einem durchgehenden Pferd wenn man nur verottetes brüchiges
Geschirr zum zügeln hat, oder wie das wandeln auf dem Rande eines gefährlichen Abgrundes:
Ein falscher Tritt und man fällt hinein. Wenn man es also schafft, die Jing-Essenz zu behüten, so
wird das Leben deutlich gestärkt.

Der Gelbe Kaiser fragte das einfache Mädchen: Ist es nicht besser (unter diesen Umständen)
für lange Zeit keinen Verkehr mehr haben zu wollen ? Su Nü: Nein, das darf man auch nicht.
Himmel und Erde haben Anfang und Ende, Yin und Yang wirken und verändern sich. Der
Mensch muß ebenfalls dem Wnadel von Yin und Yang und den vier Jahreszeiten folgen. Wenn
Ihr Euch der göttlichen Energien des Liebesspiels enthaltet, dann können sich Yin und Yang
nicht frei entfalten und geraten ins stocken. Wie können im Körper dann –wie der Austausch
von alter Luft (Qi) gegen neue – noch die Energien zirkulieren ? Wenn der Jadestengel sich
nicht bewegt, so wird er sterben. Deshalb empiehlt es sich ihn oft zu bewegen wie beim Dao Yin
(eine Art frühes Qi-Gong). Wer sich bewegt aber nicht ergießt, das ist die soganannte Rückkehr
der Jing-Essenz. Diese Rückkehr des Samens ist der Weg der Mehrung und Verlängerung des
Lebens.

Im Su Nü Jing heißt es der Gelbe Kaiser fragte Su Nü: Was ist das rechte Maß beim Verkehr
zwischen Yin und Yang ? Su Nü sprach: Die Anwendung des Tao des Geschlechtverkehrs läßt
den Mann jung und kräftig werden und bewahrt die Frau vor den hundert (d.h. allen)
Krankheiten. Beide genießen die Freuden sher und mehren dabei ihre Kraft. Durch Unkenntnis
(des Tao) aber kann es (das Liebesspiel) zu Schwächung und Schaden führen. Um dieses Tao zu
erfahren muß der Atem ruhig sein, die Herzen entspannt und die Sinne in Harmonie vereint sein.
Wenn diese drei Bedingungen erfüllt sind, wird ser Geist (Shen) klar sein und sie vollig
durchströmen (wörtl. Fülle und Rückkehr).

Es darf nicht zu heiß und nicht zu kalt sein, sie dürfen weder hungrig noch zu satt gegessen sein,
dann wird die Körper die Freuden genießen. Die Vereinigung selbst muß für beide angenehm
sein, und sollte langsame und nicht zu tiefe Bewegungen haben. Es ist am besten, wenn die Frau
am Ende befriedigt und der Mann erfüllt aber nicht erschöpft ist. Das ist das rechte Maß.

Im Klassiker des tiefgründigen Mädchens (Xuan Nü) heißt es, der Gelbe Kaiser fragte Xuan
Nü: Ich habe von Su Nü die Kunst des Yin und Yang gelernt und hoffe von Dir weitere
Erkenntnisse zur Erlangung dieses Tao zu erlangen. Xuan Nü: sprach: Alles was sich zwischen
Himmel und Erde bewegt, kommt aus Yin und Yang. Das Yang kann sich wandeln, wenn es Yin
erlangt. Das Yin kann erfüllt werden, wenn es das Yang erlangt. Yin und Yang benötigen
einander um sich zu beleben.

Daher fühlt sich der Mann fest und stark (Yang) und die Frau empfängt und öffnet sich ihm
(Yin), so daß sich beider Essenzen und Säfte vermischen können.

Der Mann hat acht Verbote und die Frau neun Regeln. Werden diese nicht beachtet werden
resultiert dies beim Mann in Lähmungen und Geschwüre und bei der Frau in
Mentruationstörungen und aller Art Krankheiten, so daß am Ende das Leben verkürzt und und
der Tod früh eintritt. Doch wer dieses Tao kennt, wird mit Freude erfüllt, stark und gesund und
verlängert sein Leben und dessen Freuden.

Teil 2


Der Gelbe Kaiser fragte: Welchen Prinzipien folgt das Tao der Vereinigung von Yin und Yang ?
Su Nü antwortete: Das Tao der Vereinigung sollte einer festen Regel folgen: Dann wird der
Mann sein Qi stärken und die Frau frei von den hundert (d.h. allen) Krankheiten sein. Beide
werden geistig tiefe Befriedigung und Glückseligkeit verspüren und körperlich stark und gesund
sein. Wer jedoch dieses Tao nicht kennt, der wird nur Schaden nehmen.

Welches Prinzipien müssen also bei diesem Tao beachtet werden ? Die Gefühle müssen
gefestigt sein, der Wille beider (Partner) muß harmonieren, Essenz und Geist sollten zirkulieren
(wörtl. zurückkehren). Es sollte keine Kälte und keine Hitze herrschen, kein zu großer Hunger
und keine Völle. Der Körper und Geist sollten vereint sein. Die Vereinigung selbst sollte
angenehm und wohltuend sein und langsam tiefer eindringen, die Hinein- und
Herausbewegungen sollten vorsichtig und nicht ungeregelt erfolgen, so daß die Frau es sehr
angenehm empfindet und es den Mann nicht (vorzeitig) verbraucht.

Der Gelbe Kaiser sprach: Wenn ich nun eine starke Lust empfinde, doch der Jadeschaft sich
nicht aufrichten will, mein Gesicht voller Scham ist und mir darob der Schweiß ausbricht, mein
Herz ist zwar voller Lust, doch ich muß mit der Hand nachhelfen, wie erlangt man dann die
nötige Stärke ? Ich wünsche darüber zu hören. Su Nü antwortete: Was Eure Majestät hier
beschreibt, kommt bei allen (Männern) vor. Um sich mit der Frau zu vereinigen, sollte er gut
vorbereitet sein und sein Qi sollte in Harmonie (d.h. nicht nervös) sein. Dann wird sich sein
Jadeschft aufrichten. Im Einzelnen muß folgendes beachtet werden: Seine fünf Elemente
(Wandlungszustände) müssen vereint fließen, er muß die neun Stellen empfinden können.

Die Lust der Frau hat fünf Anzeichen (s.u.), die beachtet werden müssen, so daß ihre Essenz
(hier auch: Säfte) im Überfluß entsteht. Ihre (dickflüssigen) Säfte sollten mit dem Mund
empfangen werden (diese Stelle ist wie viele sehr zweideutig, und könnte sowohl das Trinken
des Speichels wie der Vaginalsekrete andeuten). Essenz und Qi werden sich dann umwandeln
und in Zang-Organen und Knochenmark gespeichert werden. Die sieben Schädigungen müssen
dabei vermieden und die das Tao der acht Nutznießungen verwendet werden. Auch sollte nicht
entgegen dem Fluß der fünf Elemente gehandelt werden. Wenn dies beachtet wird, kann sein
Körper sein (gesundes) Zheng-Qi behüten und speichern. Welche Krankheit wäre dann noch zu
fürchten ?

Wenn die Zang (yin) und die Fu (yang) Organe in Ausgeglichenheit sind, so ist alles glänzend,
glatt und feucht im Inneren, und bei jedem Male (der Vereinigung) ist das Qi stark genug, so das
Gast und Gegner sich befrieden, wie könnte da noch eine beschämende Situation (wie oben
beschrieben) entstehen ?

Im Klassiker des mysteriösen Mädchens (Xuan Nü Jing) heißt es, der gelbe Kaiser fragte:
Wenn die Frau zur Zeit der Vereinigung nicht freudvoll ist, ihre Bewegungen nicht erfolgen, ihre
feuchten Säfte nicht fließen, der Jadeschaft des Mannes sich nicht aufrichtet, sondern klein und
schwach bleibt, was kann dafür der Grund sein ? Xuan Nü antwortete: Yin und Yang müssen sich
gegenseitig spüren und erregen. Yang ohne Yin ist freudlos, Yin ohne Yang bleibt unerregt.
Wenn das Yang (Mann) nicht empfangen wird , so bleibt das Yin (Frau) unerfüllt, wenn das Yin
(Frau) nicht erhalten wird, so bleibt das Yang (Mann) unaufgerichtet. Der Mann will sich
vereinigen, doch die Frau verspürt keine Freude; die Frau will sich vereinigen, doch der Mann
verspurt keine Lust. Die Herzen sind nicht im Einklang und die Essenz und das Qi stimulieren
sich nicht gegenseitig. Wenn man nun weitermacht, so wird von oben Gewalt angewendet
während unten noch keinerlei Freude oder Lust verspürt.

Stattdessen sollte der Mann die Frau verführen und die Frau sollte den Mann verführen,
Gefühle und Willen der beiden sollten im Einklang sein, so daß sie sich gegenseitig freudvolle
Lust verspüren lassen. Dann wird die Frau sich dem Jadeschaft entgegenrecken, der dann
wiederum kraftvoll und feucht ist. Der Mann sollte dann die Juwelenterrasse (Klitoris)
stimulieren, so daß beider Säfte üppig fließen und die Vereinigung beginnen kann, die mal
langsam und mal schnell vor sich gehen kann. Die Jadepforte wird sich weiten und den
erstarkten Gegner einlassen und auch von ihm die Perlenkammer befeuchten lassen.

Der Mann sollte dann die acht bewährten Methoden zur Tonisierung anwenden, diese sind
Streckung und Schrumpfung, Niederlegen und Aufsteigen, von vorne und reitend, Drehung und
Unterbrechung. Der Kaiser sollte geflissentlich diese durch niemand verletzbaren Methoden
benutzen.

Im Su Nü Jing heißt es, der Gelbe Kaiser fragte: Welche Regeln bestehen während der
Vereinigung von Yin und Yang ? Su Nü sprach: Vor der Vereinigung mit der Frau sollte diese
entspannt sein, und ihre Beine leicht geöffnet spreizen. Der Mann sollte sie dort mit Mund
umschließen und die Zunge einführen. Anschließend sollte er seinen Jadeschaft außen an ihrem
Jadetor nach links und rechts reiben. Nach einer Weile kann er langsam den Jadeschaft
einführen. Wenn dieser dick und groß ist, sollte erst nur eineinhalb Cun (ca. zwei Fingerbreiten)
eingedrungen werden, ist er kleiner, so sollte nur ein Cun (ca. eine Daumenbreite) eingedrungen
werden. Dabei sollte der Jadeschaft noch nicht bewegt werden, sondern langsam herausgezogen
und wieder eingeführt werden, was sehr gesund ist. Auf keinen Fall sollte der Jadeschaft vor
dem Tore schießen, sondern ganz natürlich erst später wenn er durch das Jadetor gedrungen ist.
Die Frau wird im Inneren Wärme und Spannung empfinden und ihren Körper zu dieser Zeit von
selbst bewegen und sich dem Manne tiefer entgegenrecken. Eine solche Methode ist fördert die
Gesundheit von Mann und Frau. Danach werden die Lautensaiten (Eingangswände der Vulva,
etwa am G-Spot ) stimuliert, und anschließend dreieinhalb Cun (etwa eine Handbreite)
eingedrungen. An der engen Stelle im Inneren sollte der Mann (die Luft) anhalten und neun mal
vorstoßen, danach bis zur tiefen Stelle des Kun-Steines (ca. vier Cun) vordringen, und weiter
vor- und zurückbewegen. Der Mann küßt die Frau zugleich und atmet durch ihren Mund (und
Nase) ein- und aus. Dieses ist die Methode der "doppelten Neun".

Der gelbe Kaiser fragte: Was sind die fünf Tugenden ? Su Nü antwortete: Der Jadeschaft hat
fünf Eigenschaften die beachtet werden müssen. Normalerweise sollte er im (unbemerkt)
Verborgenen weilen und ich beherrschen mit Tugendhaftigkeit ("De" ein konfuzianisches
Ideale). Sich zu benehmen wie ein Gelehter (d.h. zivilisiert ), und bei Aufforderung zum Geben
bereit zu sein, das ist "Ren" (Altruismus, eine fünf konfuzianischen Tugenden). In der Mitte
leer zu sein (die Harnröhre), das ist gerecht ("Yi", Gerechtigkeit, eine fünf konfuzianischen
Tugenden). Am Ende in Abschnitte geteilt zu sein (d.i. die Eichel), das ist "Li" (Sitte, Höflichkeit
eine fünf konfuzianischen Tugenden). Der Wille sich bei Anwesenheit von Lust zu erheben, bei
deren Abwesenheit wieder zu setzen (wörtl.: aufzuhören), das ist "Xin" (Aufrichtigkeit, eine
weitere der fünf konfuzianischen Tugenden). Wenn zur Angelegenheit notwendig, von unten nach
oben zu streben, das ist "Zhi" (Weisheit, die fünfte der konfuzianischen Tugenden).

Aus diesem Grunde benutzt der wahre Mensch (Zhen Ren, Bezeichnung für einen taoistischen
Gelehrten) diese fünf Tugenden, um seine (sexuellen) Angelegenheiten zu ordnen. Obwohl die
der unbegrenzte Altruismus (Ren) sich auch auf die Lust ausweitet, ist die (Samen-)essenz nicht
unbegrenzt, so daß der Gerchtigekeit (Yi) halber hier Kontrolle geübt werden muß. Im Tao der
Kontrolle ist es klar, daß unter Nichtbeachtung der Restriktion ein Übermaß zu Schaden führt.
Wenn die Situation jedoch richtig ist, dann sollte die Höflichkeit (Li) den Ton angeben, und mit
ehrlichem Herzen durchgeführt werden, so daß (zwischen den Partnern) Aufrichtigkeit (Xin)
besteht. Wenn dann das Tao der Vereinigung bekannt ist und mit den fünf Tugenden
angewendet wird, so erreicht der Körper ein langes Leben.

Anmerkung: Die Zusprechung der "fünf konzuzianischen Tugenden des Penis" ist hier derartig an den Haaren
herbeigezogen und abstrus, das man u.U. annehmen könnte, hier würden mit Absicht die Ideale der strengen,
sittlichen Konfuzianer verulkt,( wie schon bei Zhuang-Zi so geschehen) und der typische taoistische Humor zum Vorschein kommen. Andererseits könnte es natürlich auch ernst gemeint sein…

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Teil 3:


Der Gelbe Kaiser fragte: Woher weiß ich um Lust und Höhepunkt der Frau ? Su Nü antwortete:
Es gibt die fünf Anzeichen , die fünf Verlangen und die zehn Bewegungen. Der Mann sollte diese
beachten und ihre Ursache kennen. Nach Auftreten der ersten Anzeichen, der Gesichtsröte,
kann er sich ihr langsam nähern; nach dem zweiten Anzeichen, wenn ihre Brustwarzen sich
aufrichten und sich leichter Schweiß auf dem Nasenrücken bildet, kann er vorsichtig und leicht
eindringen; nach Auftreten des dritten Anzeichen, wenn ihre Kehle trocken und ihre Stimme
tiefer klingt, kann er sich vorsichtig und langsam in ihr bewegen; nach Auftreten des vierten
Anzeichens, wenn ihr Yin schon sehr schlüpfrig geworden ist, kann er vorsichtig und langsam
tiefer eindringen; nach Auftreten des fünften Anzeichens, wenn ihre Säfte schon so
überschwenglich fließen, daß sie bis zum Po herunterlaufen, kann er ganz eindringen.

Su Nü sprach weiter: Die fünf Verlangen und ihre Herkunft sollten (dem Mann) ebenfalls
bekannt sein: Beim Auftreten des ersten Verlangens, der Lust, geht ihr Atem schneller und
tiefer; beim Auftreten des zweiten Verlangens, der Begierde ihres Yin, öffnet sich den Mund und
die Nasenflügel beben; beim Auftreten des dritten Verlangens, beim Fließen ihrer Essenzen, ist
sie gereizt, so daß sich hin und her, vor und zurückbewegt, und den Mann fest umarmt, beim
Auftreten des vierten Verlangens, des Wunsches nach Befriedigung, fließt ihr Schweiß in
Strömen und benetzt die Kleider; beim Auftreten des fünften, ihres Höhepunktes, wird ihr
Körper steif und angespannt und sie schließt die Augen.

Su Nü sprach: Die zehn aktiven Bewegungen und ihre Bedeutung sind: Die erste ist die
Umarmung mit beiden Armen, die den Wunsch nach Nähe ausdrückt. Die zweite ist das
Strecken ihrer Beine, die das Bedürfnis nach stärkerer Reibung mit ihrem Partner ausdrückt.
Das dritte ist das Strecken und Öffnen ihres Unterleibes, die den Wunsch nach dem Höhepunkt
ausdrückt. Das vierte ist das Rucken ihres Pos, das eine erhöhte Lust ausdrückt. Das fünfte ist
das Umschließen (des Mannes) mit ihren Beinen, das den Wunsch nach tieferem Eindringen
ausdrückt. Das sechste ist das Überkreuzen ihrer Beine, das ein unaufhaltsames Steigern der
Lust indiziert. Das siebte ist das hin- und herwinden (ihrer Hüften), das ein weiteres Bedürfnis
nach Tiefe ausdrückt, das achte ist ein Aufbäumen ihres Körpers und dichtes
Aneinanderspressen (an den Partner), das eine tiefes Lustempfinden ausdrückt. Das neunte ist
das ruckartige Aufbäumen des Körpers und ein Anspannen der Arme und Beine, das das
Erreichen des Höhepunktes ausdrückt. Das zehnte ist das Überströmen der Yin-Pforte mit ihren
Säften, was anzeigt daß die Essenzen verströmt wurden. Wenn dieses offensichtlich ist, so zeigt
es, daß die Frau den Höhepunkt erreicht hat.

Im Xuan Nü Jing (Klassiker des mysteriösen Mädchens) heißt es, daß der Gelbe Kaiser fragte:
Wenn ich daran denke ununterbrochen mit der Vereinigung weiterzumachen, der Stab sich aber
nicht festigt, sollte ich mich dann dann zwingen fortzufahren oder nicht ? Xuan Nü antwortete:
Auf keinen Fall! In der Kunst der Vereinigung muß der Mann die vier Ankünfte abwarten und
die neun Energien der Frau kennen. Der Gelbe Kaiser fragte: Was sind die vier Ankünfte ?
Xuan Nü antwortete: Wenn der Jadestab noch nicht "zornesgeschwellt" ist, so so ist das
harmonische Qi noch nicht angekommen. Wenn er sich erhoben hat, aber noch nicht zur
gänzlichen Größe gewachsen ist, so ist das Muskel Qi noch nicht angekommen. Wenn er groß
ist, aber noch nicht gänzlich hart, so ist das Knochen-Qi noch nicht angekommen. Wenn er hart
ist, aber noch sich nicht heiß anfühlt, so ist das Shen-QI (Qi des Geistes) noch nicht
angekommen. Darum ist die Schwellung die Klarheit (Absicht) der Jing-Essenz; die Größe ist
die Schranke der Jing-Essenz, die Härte ist das Paßtor der Jing-Essenz und die Wärme ist das
Eingangstor der Jing-Essenz. Wer das Tao dieser vier Etappen des Qi beachtet, der kann
beginnen, ohne sich zu verausgaben und kann die Jing-Essenz (des Samens) zur Wallung
bringen, ohne sie zu verschleudern.

Im Xuan Nü Jing (Klassiker des mysteriösen Mädchens) heißt es, daß der Gelbe Kaiser sagte:
Sehr gut, sehr gut. Doch was sind die neun Energien der Frau ? Xuan Nü antwortete: Warte auf
die neun Energien, und du wirst sie erkennen: Wenn die Frau tiefer atmet und schluckt, so ist
das Qi der Lunge erregt; wenn sie stöhnt und den Mann (wörtl.: den Mensch verschluckt) mit
dem Mund umschließt, so ist das Qi des Herzens erregt; wenn sie den Mann umarmt und
festhält, so ist das Qi der Milz errregt; wenn ihr Yin-Tor feucht und schlüpfrig geworden ist, so
ist das Nieren-Qi erregt, wenn sie den Mann beißt, so ist das Knochen-Qi erregt; wenn sie den
Mann mit den Beinen umschließt, so ist das Sehnen-Qi erregt; wenn sie den Jade-Stengel reibt,
so ist das Blut-Qi erregt; wenn sie mit die Brustwarzen des Mannes spielt, so ist das Qi des
Fleisches erregt. (Der nächste Satz wurde einer rekontruierten Version des Su Nü Jing
entnommen, da er in den anderen Versionen verloren ging:) Wenn eine langandauernde
Vereinigung erwünscht ist, so sollte ihre "Schwellung" (auch "Fülle", von manchen Autoren
z.T. als Klitoris gedeutet) massiert werden, bis ihre Empfindung sich entfaltet hat, dann erst sind
alle neun Energien erreicht. Wenn diese nicht erreicht werden, so entsteht leicht ein Schaden.
Wenn also noch nicht bis dahin gekommen ist, sollte dies beim Ausführen durch Nachzählen
beheben.


Teil 4:Huangshan.gif

Im Xuan Nü Jing (Klassiker des mysteriösen Mädchens) heißt es, daß der Gelbe Kaiser fragte:
Was die zuvor erwähnten neun Positionen angeht, von welchen ich noch nichts vernommen habe,
so möchte ich gerne erfahren was es damit auf sich hat und ihre Vorsichgehen aufzeichnen
lassen.

Was die neun Positionen angeht, so heißt die erste "die sich umschlingenden Drachen". Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken und der Mann beugt sich zu ihr herunter. Sie spreizt die Schenkel und hebt ihre Yin zu ihm an, um ihn seinen Jadestab Empfang zu nehmen. Beim Eindringen sollte er noch weich und nach dem Herauskommen stark und lebendig sein. Er dringt mit leichter hin- und herbewegen vor bis zum Kornsamenbereich (ca. 5 cun) und wendet die "achtmal seicht und zwei tief"-Methode an. Dies wird die Frau sowohl aufreizen wie erfreuen, so daß sie beschwingt wird wie eine Singmädchen. Er aber sollte sich zurückhalten, was so gesund ist, daß es die "hundert Krankheiten" vertreibt.

Die zweite Position heißt "die sich besteigenden Tiger". Hierbei kniet die Frau und schaut mit dem Kopf nach unten zwischen ihren Beinen durch. Der Mann kniet hinter ihr und umramt ihren Bauch. Hierbei kann der Stadestab (gefahrlos) bis zum tiefsten Punkt eindringen und der Kontakt sollte sehr dicht bleiben, wenn sich beide zugleich vor- und zurückbewegen. Hierbei können etwa fünfmal acht Stöße ausgeübt werden, was ausreichend sein sollte, so daß sich das weibliche Jadetor so weit öffnet, daß die Säfte üppig fließen. Danach (d.h. alle 40 Bewegungen) sollte eine Pause eingelegt werden. Durch diese Methode wird den "hundert Krankheiten" vorgebeugt, und der Mann wird viriler.

Die dritte Position heißt "die miteinander ringenden Affen". Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken und hebt die Beine an, mit den Knien zur Brust hin zeigend, so daß ihr Po angehoben ist. Der Mann reibt den Jadestab an ihrem "Fell", bis daß sie erregt hin- und herwackelt und ihre Säfte fließen wie der Regen. Danach kann er tief eindringen, sollte aber anschließend unbeweglich bleiben und fühlen wie er kräftiger wird. Danach sollte er fortfahren bis ihr Höhepunkt erreicht ist, aber danach selbst nicht fortfahren. Dies läßt "die Hundert Krankheiten" von selbst aufhören.

Die vierte Position heißt "die sich umklammernden Zikaden". Hierbei liegt die Frau ausgestreckt auf dem Bauch und spreizt die Beine auseinander. Der Mann liegt auf ihr und Jadestab dringt so weit wie möglich ein, dabei hebt er ihren Po leicht an, so daß er (mit der Hand) ihre rote Perle stimulieren kann. Sie bewegen sich je sechsmal in neun aufeinanderfolgenden Bewegungen. Sie wird hierbei so sehr gereizt, daß ihre Säfte strömen und ihr Yin sich zuckend bewegt und sie sich wohlig weit öffnet. Wenn ihre höchste Freude erreicht ist, sollte gestoppt werden. Die sieben Schädigungen (durch ungesunde Vereinigung) heilen sich hierdurch von selbst.

Die fünfte Position heißt "die aufeinanderliegenden Schildkröten". Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken und hebt ihre angewinkelten Knie bis zur Brust an, die der Mann mit seinen Händen stützt. Der Jadestab dringt hier mal ein, mal reibt er an der Innenseite des "Babywulstes" (labia minor) entlang, abwechselnd tief und seicht, so daß sie freudvoll erregt wird und ihre Hüften hin- und herbewegt. Wenn ihre Säfte überfließen, dringt er bis zum tiefsten Punkt vor und hört auf, nachdem sie die höchste Freude erreicht hat. Wenn dabei kein Samen verloren wird, so kräftigt der Mann sich hierdurch hundertfach.

Die sechste Position heißt " der flügelausbreitende Phönix". Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken und streckt ihre Beine hoch in die Luft, während der Mann zwischen ihren Schenkeln kniet und die Hände auf den Boden stützt. Er kann so den Jadestab leicht eindringen lassen, sollte aber nur bis zum Kun-Stein (vier Cun tief) vordingen. Dieser sollte hierbei schon hart und voller Hitze sein. Anschließend läßt er die Frau sich bewegen, (bleibt selbst unbewegt). Es sollten "drei mal acht" Rhytmen verwendet werden. Wenn sich die Hüften heftig gegeneinander bewegen, öffnet sich das Yinder Frau und ihre Säfte spritzen heraus. Wenn ihr höchste Freude erreicht ist, sollte der Mann aufhören. Dies läßt die hundert Krankheiten verschwingen.

Die siebte Position heißt "das Kaninchen leckt sein Fellchen". Hierbei liegt der Mann auf dem Rücken uns streckt seine Beine aus. Die Frau kniet über ihm mit den Beinen zu seinen Seiten und dem Gesicht zu seinen Füßen hin. Mit einer Hand stützt sie sich auf den Boden und schaut nach unten (zu ihrem Yin). Das Yadestab wird dann (von ihrer anderen Hand) seicht eingeführt und stimuliert ihre Lautensaiten (inneren Schamlippen), bis zu ihrem höchsten Gefühl, wenn ihre Säfte überfließen wie eine Quelle. Sie ist befriedigt und voller Freude. Dann sollte der Mann aufhören, was das Enstehen der Hundert Krankheiten verhindert.

Die achte Position heißt "die Fische reiben ihre Schuppen aneinander". Hierbei liegt der Mann auf dem Rücken. Die Frau kniet über ihm mit den Beinen zu seinen Seiten und dem Gesicht zu seinem Kopf hin. Sie stülpt sich vorsichtig und langsam über den Jadestab und stoppt wenn er seicht eingeführt ist, mit geringen Bewegungen, wie ein Baby, das an einer Brustwarze saugt. Alle Bewegeungen werden von der Frau ausgeführt und sollten für lange Zeit vonstatten gehen. Wenn die Frau ihre höchst Freude, erreicht, sollte der Mann sich zurückziehen. Diese Position heilt alle Kongelationen und abdominale Massen.

Die neunte Position heißt "die Kraniche winden ihre Hälse umeinander". Hierbei sitzt der Mann kniend auf seinen Beinen und die Frau sitzt reitend auf seinem Schoß die Beine um seine Hüften gelegt. Die Frau hat die Arme um sein Genick gelegt und führt seinen Jadestab seicht ein, so daß sie ein Zoll tief und an der Perle (Klitoris) stimuliert wird. Der Mann umarmt ihre Hüften, und hilft ihr bei den auf- und ab Bewegungen. Sie ist von großer Freude erfüllt und ihre Säfte fließen. Der Mann hört auf, wenn ihre höchste Freude erreicht ist. Hierdurch werden die sieben Verletzungen geheilt.

Teil 5 

Über die berühmten „Qi Sun Ba Yi", die sieben Schädigungen und acht Stärkungen

Su Nü sprach: Beim Yin-Yang gibt es sieben Schädigungen (wörtl. Verletzungen) und acht Stärkungen (wörtl. Mehrungen):

Die erste Stärkung heißt „Mehrung der Jing-Essenz". Hierbei liegt die Frau auf der Seite und öffnet ihre Schenkel leicht. Der Mann liegt seitlich ihr direkt gegenüber zwischen ihren Schenkeln und bewegt sich 29 Mal (also nach dem Einführen 28 Mal). Nach dem letzten Mal stoppt er die Bewegung und behält den Samen (Jing) ein, was diesen sich stark vermehren läßt. Wenn diese Übung fünfzehn Tage lang gemacht wird, so kuriert sie auch unzeitige Zwischenblutungen bei der Frau.

Die zweite Stärkung heißt „Beruhigen des Qi": Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken, den Kopf durch ein Kissen erhöht. Sie öffnet die beiden Schenkel und der Mann kniet dazwischen und dringt ein. Er bewegt sich 39 Mal und hört danach auf. Dies harmonisiert das Qi des Menschen (und zwischen den beiden). Wenn dies 20 Tage lang 3 mal durchgeführt wird, so heilt es Kälte des weiblichen Yin-Tores. (Hier ist wohl die körperliche Kälte-Affektion des Unterleibs mit Ausfluß und Schmerz gemeint)

Die dritte Stärkung heißt „den Zang-Organen wohltuen": Die Frau liegt seitlich mit angewinkelten Beinen, der Mann liegt quer zu ihr und bewegt sich 49 Mal. Danach stoppt er. Dies harmonisiert das Qi des Menschen. Wenn dies 20 Tage lang 4 mal durchgeführt wird, so heilt es Kälte des weiblichen Yin-Tores. (Hier ist könnte die Gefühlskälte in den weibl. Sexualorganen gemeint sein)

Die vierte Stärkung heißt „die Knochen stärken": Die Frau liegt seitlich mit dem linken Knie angewinkelt und dem rechten Bein ausgestreckt, der Mann liegt in entgengesetzter Position gestützt auf ihr (d.h. wohl sein angewinkelter Oberschenkel liegt auf ihrem ausgestreckten Oberschenkel) und bewegt sich 59 Mal. Danach hört er auf. Diese Übung reguliert die Gelenke des Menschen und heilt Amenorhö wenn sie 10 Tage lang 5 mal ausgeführt wird.

Die fünfte Stärkung heißt „die Gefäße regulieren": Die Frau liegt seitlich mit dem rechten Knie angewinkelt und dem linken Bein ausgestreckt, der Mann liegt auf alle viere gestützt über ihr. Er bewegt sich 69 mal und hört dann auf. Diese Übung macht die Gefäße durchgängig reguliert die Gelenke des Menschen und heilt Vaginalspasmen wenn sie 20 Tage lang 6 mal ausgeführt wird.

Die sechste Stärkung heißt „das Blut ansammeln":Der Mann liegt mit dem Becken erhöht (z.B. Kissen) auf dem Rücken, die Frau kniet über ihm und nimmt ihn tief in sich auf. Dann bewegt sie sich 79 mal und hört dann auf. Diese Übung mehrt die Kraft des Menschen und heilt Menstruationsstörungen wenn sie 10 Tage lang 7 mal ausgeführt wird.

Die siebte Stärkung heißt „die Sekrete (ye) mehren": Die Frau hockt aufrecht erhöht über dem Mann (d.h. ihr tiefster Punkt ist das Yin-Tor). Dann bewegt der Mann 89 mal das Becken nach oben und hört dann auf. Diese Übung mehrt die Knochen (wahrscheinlich Schreibfehler: Es muß „mehrt die Körperflüssigkeiten" heißen. Offenbar fehlt hier auch ein Stück)

Die achte Stärkung heißt „der Dao-Körper": Hierbei liegt die Frau mit zum Rücken hin angewinkelten Unterschenkeln (mit dem Po auf ihren Füßen, die Beine zusammengelegt), der Mann kniet sich zum Eindringen mit den Beinen seitlich auf den Boden (d.h. das Gewicht ruht nicht auf den Beinen der Frau, deren Gelenke ansonsten schmerzen). Dann bewegt er sich 99 mal und hört dann auf. Diese Übung kräftigt die Knochen und heilt übelriechenden Ausfluß der Frau wenn sie 9 Tage lang 9 mal ausgeführt wird.

(Man beachte, daß bei den acht Stärkungen die Abstinenz des Mannes nicht ausdrücklich betont wird, wie bei den folgenden sieben Schädigungen, d.h. nach der neunten Runde KANN ein männlicher Samenverlust geduldet werden)

Su Nü erklärt weiter: Die erste Schädigung ist „die Verausgabung des Qi": Sie entsteht durch wiederwillige Vereinigung, die vollzogen wird, obwohl das Verlangen im Herzen nicht vorhanden ist. (Obwohl man hier an erzwungenen oder kommerziellen Sex denkt, bezieht sich dies auf beide Geschlechter: D.h. auch wenn ein Mann sich überwindet, obwohl er z.B. erschöpft ist, enststeht die Schädigung des Qi) Daraus resultieren Schweißausbrüche und Kurzatmigkeit (wörtl. Verminderung des Qi), Herz-Hitze und ein getrübter Blick.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau liegt auf dem Rücken, der Mann kniet zwischen ihren Schenkeln und dringt tief ein. Die Frau bewegt ihr Becken wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann aber, darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die zweite Schädigung ist „Überfluß der Jing-Essenz": Sie entsteht durch Übermäßige Gier nach Yin-Yang (Sex) und daher das Aufbrauchen der Essenzen vor der Vereinigung. Wenn noch Trunkenheit und Essensfülle vor der Vereinigung hinzukommt, dann entstehen Atemnot und ungeordnetes Qi, so daß die Lunge Schaden nimmt, asthmatischer Husten, Xiao-Ke (diabetisches Syndrom mit Abmagerung und Durst) Wut oder Depression, trockener Mund und Hitzegefühl des Körpers sowie Schwäche der Beine bei längerem Stehen.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau liegt auf dem Rücken, und schließt den Mann zwischen ihre Beine, den Mann dazwischen einschließend. Dieser dringt nur seicht ein, so daß der Jadeschaft etwa 1 ½ Cun (ca. zwei Fingerbreiten) hineinreicht. Dann bewegt die Frau ihr Becken wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die dritte Schädigung ist „das Blockieren der Gefäße": Sie entsteht durch ungenügende Einbehaltung von Yin-Substanzen (andere Quellen interpretieren dies als ungenügende Härte des Jadeschafts) und dabei wiederwilliger Vereinigung mit Jing-Verlust (d.h. weitere Verluste von Yin-Säften) mit Verausgabung des Qi oder durch Vereinigung nach zu vollem Sattessen, was der Milz schadet. Dies führt zu Verdauungstörungen, Impotenz und Mangel an Jing-Essenz.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau liegt auf dem Rücken und überkreuzt die Beine hinter dem Mann, die Füße auf seiem Po ineinanderhakend. Der Mann stützt sich auf den Boden. Dann bewegt sie ihr Becken wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die vierte Schädigung ist „Abfließen des Qi": Es entsteht wenn nach harter körperlicher Arbeit der Schweiß austritt, und dann eine Vereinigung stattfindet, ohne das der Schweiß getrocknet war. Dieses führt zu einem Brennen im Bauchraum und trockenen Lippen.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau sitzt über dem Mann in Richtung seiner Füße (d.h. mit dem Rücken zu ihm) und führt den Jadeschaft nur oberflächlich ein. Dann bewegt sie ihr Becken wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die fünfte Schädigung ist „die Verletzung und Zusammenbruch durch Blockieren des Systems": Die Verletzung und Zusammenbruch durch Blockieren des Systems (chronische Organerkrankungen) entsteht, wenn direkt nach dem Stuhlgang oder Urinieren eine anstrengende Vereinigung stattfindet (d.h. bevor sich die zuvor zusammengepressten Muskeln wieder entspannen konnten) was der Leber schadet, oder wenn eine gewaltvolle, angestrengte Vereinigung stattfindet, was zur verzögerten langen Krankheiten führt. Dann treten Verausgabung (lao) und Erschöpfung der Knochen und Muskeln auf und weiterhin glanzlose Augen, Abszesse, blockierte Gefäße und bei langer Andauer auch Hemiphlegien und Impotenz.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau hockt über dem Mann (seinem Gesicht zugewendet) und reibt den Jadeschaft nur ganz langsam an sich, wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die sechste Schädigung sind „Hundert Obstruktionen (Bi)": Die Hundert Obstruktionen (Blockaden aller Gefäße) entstehen, wenn die Wollust und Sucht nach dem Weiblichen unkontrolliert ist, so daß ständig viele Vereinigungen vollzogen werden und der Mann gewaltsam seine Jing-Essenz verzehrt und sein Qi aufbraucht. Daraus resultieren nicht nur alle Arten von Krankheiten (evtl. muß es hier hundert Obstruktionen, also :bai bi" statt „bai bing" heißen), sondern auch Xiao-Ke (diabetisches Syndrom) und Trübung der Augen.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Der Mann liegt auf dem Rücken, die Frau hockt über ihm (seinem Gesicht zugewendet) und nimmt den Jadeschaft in sich auf. Dann bewegen sich beide, bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

Die siebte Schädigung ist die „Verausgabung des Blutes": Die Verausgabung des Blutes (völlige Verausgabung bis aufs Blut) entsteht, wenn eine körperliche Arbeit wie schnelles Rennen bis zur Erschöpfung verrichtet wird und viel Schweiß fließt („Schweiß und Blut stammen aus der selben Quelle" heißt es in der TCM). Wenn dann noch wiederholte energische Vereinigung mit tiefer Penetration stattfindet, dann enstehen plötzliche akute Krankheiten. Da dieses (Aufbrauchen der Yin-Säfte) mehrmals hintereinander ohne Pause stattfand, trocknet das Blut aus, und das Qi bricht zusammen (da das Blut es bicht mehr nähren kann). Dies führt zu ausgezehrter, gereizter Haut, schmerzenden Genitalien, ständig feuchtem Skrotum. Die Jing-Essenz wandelt sich um (in Blut- um dieses zu mehren) und das Blut ist nicht mehr genügend vorhanden.

Die Behandlung dieser Schädigung ist folgende: Die Frau liegt mit erhöhtem Becken auf dem Rücken, und die Beine ausgestreckt. Der Mann kniet zwischen ihren Beinen und dringt tief ein. Dann bewegt sie ihr Becken wie es ihr gefällt bis sie ihre Jing-Säfte zur Genüge geflossen sind, und hört dann auf. Der Mann darf hierbei nicht zum Höhepunkt kommen. Wenn diese Behandlung 9 mal hintereinander an 10 Tagen gemacht wird, dann tritt die Heilung ein.

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Der gelbe Kaiser fragte: Ich habe nun über das Vereinigen ohne das Verlieren (des Samens) gehört, und wüßte gerne was es bewirkt.

Warum die Einbehaltung nun so gesund sein soll, das erzählt uns Su Nü im sechsten Teil dieser Übersetzung.

Quelle: Zhuan Shi Cang Shu - Zi Ku - Yi Bu, Bd. 4, Seite. 6641 ff. Hainan, Hainan Intl. News Press Center, 1995

Weiterführende Literatur:

Jolan Chang: Das Tao der Liebe, und Das Tao für liebende Paare, beide ehemals bei Büchergilde
Gutenberg, jetzt neu verlegt (woanders)

Stephen T. Chang: Das Tao der Sexualität (genialer Titel), Goldman Esoterik, Deutschland

Mantak Chia: Tao Yoga der Liebe und Tao Yoga der heilenden Liebe, beide bei Ansata, Schweiz

Eric Chou: The Dragon and the Phoenix, Tynron Press, Scottland (mein Tip)

Valentin Chu: Yin-Yang Butterfly. Simon & Schuster, England

Charles Humana/Wang Wu: Chinese Sex Secrets (Wow, wollt ich immer schon wissen), Asia 200 Ltd., Korea

Daniel Reid: The Tao of Health, Sex and Longevity, Positive Paperbacks, USA


Demnächst noch: Yuan Chu: Das Tao von Reichtum, Glück, Gesundheit, Intelligenz, Erfolg, Ruhm, Schönheit, Sex, Drugs & Rock'n Roll und dem ganzen Rest...

 

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Letzter Update: 02 May 2003