Xu Da-chun: Mai Xue Qi Wu Zhu Shi - Verständnis der Pulsdiagnose mit Anmerkungen und Erklärungen-

(Auszug, Teil 3&4 , Pulse 15-29)

Erklärungen:

Pulsstelle

Cun (Pollex, vorne)

Guan (Clusa, mittig)

Chi (Pes, hinten)

Pulsebeneß

Art des Pulsfühlens (Druck):

Oben (Fu)

Tasten (Ju)  = 1.

Mitte (Zhong)

Suchen (Xun) = 3.

Unten (Chen)

Drücken (An)  = 2.

15. Kou Mai:

Der hohle Puls wird „zwiebelstengelartiger Puls" genannt, weil er sich wie dieser in der Mitte hohl ist. Die obere und untere Pulsebene ist deutlich spürbar, während die Mitte leer (hohl) ist.

Pathologische Bedeutung:

Die leere Mitte des hohlen Pulses weist auf Blutverlust (und Yin-) hin.

Detailbedeutung des Huan-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Metall-Yin Schwäche durch chronisches Bluthusten oder Nasenbluten.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Blut-Schwäche im Perikard durch Yin-Zusammenbruch.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Unzureichendes Speichern von Blut in der Leber durch Yin-Schwäche (Flüssigkeitsverlust) aufgrund von starkem Erbrechen.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Milz hält das Blut nicht in den Adern; Yin-Schwäche nach starken Zwischenblutungen (beng).

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Yin-Schwäche durch Jing-Verlust, die Niere speichert das Yin nicht mehr.

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Yin-Schwäche durch Blut im Stuhl.

 

Bedeutung gemischter Pulse:

Die Bedeutung des Kou-Pulses ist es oben und unten spürbar zu sein, jedoch nur in der Mitte leer, so wie ein Zwiebelstengel oben und unten ein Häutchen hat, aber in der Mitte leer ist.

 

16. Xian Mai

Der saitenförmige Puls ist wie eine gespannte Qin-Saite: Bei leichtem Druck fühlt er sich glatt und nachgiebig an, beim hin- und herstreichen (proximal und distal) ist er lang und gerade, bei stärkerem Druck fühlt man jedoch die Härte gegen den Untergrund (wie eine Saite, die bis zum Steg herabgedrückt wird und nicht mehr nachgibt)

 

Pathologische Bedeutung:

Saitenförmigkeit weist auf Leber und inneren Wind und ebenso auf emotional bedingte Qi Stagnation (Yù = Stau), so daß der Puls aufgrund des geschwächten und gestauten Qi saitenförmig und rauh wird. Weiterhin weist der saitenförmige Puls auf dünnen Mukus (Yin, Retension) und auf Schmerz hin. Aber auch Ruhr und malariaartiger Durchfall läßt den Puls saitenförmig werden.

 

Detailbedeutung des Xian-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Angesammelter, dünner Mukus in der Brust erzeugt Schmerzen bis in den Kopf.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Mukus im Perikard mit Herzschmerzen

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Abdominale Massen (Zheng Jia) erzeugen malariaartige Knoten im Bauch

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Bauchschmerzen mit Mukusbildung durch schwache Erde (Mi/Mg), die vom Holz (Leber) überwältigt wird.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Mukus sammelt sich als Bindegewebsschwäche und Knoten mit Schmerz im Bauch an.

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Akuter Durchfall mit Schmerzen

 

Bedeutung gemischter Pulse:

Bei saitenförmigem und oberflächlichem Puls muß man an Zhi Yin denken, den ödematischen Mukus in den Gliedern, bei saitenförmigem und tiefem Puls muß man an Xuan Yin denken, den abdominalen Mukus in Rippenbogen und Brust, bei saitenförmigem und beschleunigtem Puls muß man an Hitze denken und bei saitenförmigem und verlangsamtem Puls muß man an Kälte denken. Wenn der Puls saitenförmig und groß ist, muß man an Schaden durch Verausgabung (Lao Shang) denken, hingegen bei saitenförmigem und feinem Puls eher an akute Schädigung der Muskeln und Sehnen denken. Bei saitenförmigen Yang-Pulsen ist der Schmerz meist im Kopf, während er bei saitenförmigen Yin-Pulsen eher im Bauch ist. Ein einseitiger saitenförmiger Puls weist auf abdominelles Pi-Klumpengefühl durch manifestierten Mukus hin. Ein beidseitiger saitenförmiger Puls auf verklumpten kalten Mukus, der sich in der Mitte ansammelt.

 

Differentialdiagnose verwandter Pulse:

Die Saitenförmigkeit einer gespannten Qin-Seite ist die typische Eigenschaft des Xian-Mai. Dieser Puls entspricht wie auch der lange Puls (Chang Mai) dem Frühling. Doch der saitenförmige Puls entspricht dem Frühlingsanfang, dem Yin im Yang, wenn das Wetter noch kalt ist. Daher ist der saitenförmige Puls zwar auch gerade aber auch etwas flexibel. Der Lange Puls hingegen entspricht dem Ende des Frühlings, ist also reines Yang, da dann das Wetter bereits warm geworden ist und keine Kälte mehr enthält. Er ist also gerade wie ein Baumstamm und repräsentiert das wachsende Qi.

 

17. Ge Mai

Der trommelförmige Puls ist saitenförmig, groß und angespannt. Beim oberflächlichen Fühlen spürt man ihn, doch beim tieferen Tasten ist er leer. Er ist entspricht also einem Trommelfell: Außen gespannt aber innen leer.

 

Pathologische Bedeutung:

Der trommelförmige Puls weist auf starke exogene Kälte oder auf starke Leere im Inneren von Qi oder Blut.

 

Detailbedeutung des Ge-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Durch Leere der Lunge aufsteigendes kontravektives Qi.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Schmerz durch Blut des Herzens in Leere.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Abdominale Massen und Hernien.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Akuter Bauchschmerz durch Holz das die leere Erde attackiert.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Leere von Jing-Essenz und Blut.

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Abortneigung und Zwischenblutungen bei Frauen

 

Bedeutung gemischter Pulse:

Der Ge-Mai ist trommelförmige Puls ist saitenförmig, groß und angespannt wie ein Trommelfell. Beim oberflächlichen Fühlen spürt man ihn emporklopfen, doch beim tieferen Tasten ist er plötzlich nicht mehr vorhanden. Wenn Kälte die Oberfläche zusammenzieht und spannt, entsteht die angespannte saitenförmige Form an der oberen Pulsstelle, doch die Leere von Qi und Blut im Inneren läßt den Puls weiter unten hohl und leer erscheinen. Bei Männern weißt solches auf zusammenbrechendes Blut Jing und Verlust von Jing-Essenz, bei Frauen auf Zwischenblutungen und drohende Aborte.

 

18. Lao Mai

Der haftende Puls liegt in der tiefen Pulsebene. Sein Pulsbild fühlt sich tief, lang und groß, sowie kräftvoll und saitenförmig an. In der oberen und mittleren Pulsebene ist er auf keinen Fall zu spüren, sondern haftet ausschließlich fest an der unteren Ebene.

 

Pathologische Bedeutung:

Das haftende Prinzip steht für Verfestigung und Akkumulation (Anhäufung). Die Krankheit liegt daher im (substanziellen) Yin. Also Verhärtungen und Akkumulationen die sich durch Kälte gebildet haben, die Qi und Blut zusammenzieht und diese Verklumpen läßt.

 

Detailbedeutung des Lao-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Akkumulation und Ansammlung (Ji Ju) in der Lunge.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Akkumulation und Ansammlung (Ji Ju) im Herz.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Akkumulation und Ansammlung (Ji Ju) des Blutes und durch gestautes Leber-Qi.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Klumpengefühl bei Akkumulation und Ansammlung (Ji Ju) in der Milz durch Kälte.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Beng Tun (s. Fußnote 8)-Syndrom durch aus der Niere kontravektiv hochschießendes Qi

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Angehäufte Kälte läßt alles gefrieren und Verfestigen: Eine hartnäckige innere Erkrankung.

 

Differentialdiagnose verwandter Pulse:

Das haftende Prinzip des Lao-Mai wird repräsentiert durch seine feste kraftvolle und gerade Art. Er scheint demm tiefen Puls (Chen-Mai) und dem verstecken Puls (Fu-Mai) zu ähneln, da er ebenfalls tief in der untersten Ebene zu finden ist. Doch seine Gestalt ist groß, kraftvoll, saitenförmig und lang. Er repräsentiert Krankheiten des tiefsten Inneren, die mit dem Yin und der Kälte verbunden sind. Außerdem weißt seine volle und saitenförmige Art auf Verhärtungen und Akkumulationen hin.

 

19. Ru Mai

Der nachgiebige Puls ist fein und weich und tritt nur in der oberen Pulsebene deutlich auf. Beim leichten fühlen ist er zu spüren, doch beim tieferen Tasten verschwindet er. Oberflächlich fein und weich sind daher die Eigenschaften des nachgiebigen Pulses.

 

Pathologische Bedeutung:

Die schwammige Konsistenz steht für eine Leere des Yin, für Schaden an Jing-Essenz und Knochenmark (Niere). Wenn ein solcher Puls bei einer akuten Erkrankung plötzlich auftritt, so ist dies ein äußerst schlechtes Zeichen, da es auf plötzliche Leere (statt auf allmähliche Leere wie bei tiefen Pulsen) hinweist.

 

Detailbedeutung des Ru-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Spontane Schweiße durch die Schwäche der Lunge, das Schließen der Poren zu kontrollieren.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Schreckhaftigkeit und Vergeßlichkeit durch Mangel an Blut im Herzen.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Spasmen und Tremorneigung durch Blut-Leere der Leber.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Nässe Affektion durch Schwäche des Milz Qi.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Jing-Essenz der Niere trocknet aus und ihr Blut nimmt Schaden

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Das Feuer des Ming Men ist geschwächt, daher kann das wahre Qi nicht mehr aufsteigen.

 

Differentialdiagnose verwandter Pulse:

Die Bedeutung von nachgiebig ist das Weiche des Pulses. Er muß in der oberen Ebene fein und weich zu fühlen sein. In der mittleren und unteren Ebene kommt er wird er immer schwächer und verschwindet schließlich. Diese oberflächliche Weichheit hat er mit dem leeren Puls (Xu Mai) gemainsam. Doch der leere Puls ist groß und weich und der nachgiebige Puls ist fein und nur oberflächlich zu fühlen.

Die kleine und feine gestalt des nachgiebigen Pulses ähnelt dem schwachen Puls (Ruo Mai), doch dieser tritt in der untersten Pulsebene auf, während der nachgiebige Puls nur in der obersten auftritt. Der nachgiebige Puls hat keine Wurzel (hier:keine Festigkeit), so daß er dem zerfließenden Puls (San Mai) ähnelt. Doch der zerfließende Puls ist groß und hat überhaupt keine Festigkeit, und zertreut sich beim tieferen Tasten, während die kleine, feine Form des nachgiebigen Pulses an der oberen Pulsstelle vorhanden ist und dann beim Tiefergehen allmählich abmnimmt.

 

20. Ruo Mai

Der schwache Puls ist klein und fein und tritt erst in der unteren Pulsebene auf. Beim leichten Tasten auf der oberen Ebene ist er nicht zu fühlen.

 

Pathologische Bedeutung:

Die Schwäche steht für den Zusammenbruch des Yang, die Schwäche des wahren Qi (Zhen Qi). Da das Yang die Oberfläche regiert, kann es bei Schwäche das Qi des Pulses nicht bis an die obere Pulsstelle treiben, und der Puls zeigt sich erst in der Tiefe. Ferner steht ein schwacher Puls für sich senkendes Yang Qi, das nicht mehr nach oben steigen kann. Bei langwierigen Krankheiten ist dies ein sehr schlechtes Zeichen.

 

Detailbedeutung des Ruo-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Spontane Schweiße und Kurzatmigkeit durch Schwäche der Lungen.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Vergeßlichkeit und Schreckhaftigkeit durch Qi-Leere des Herzens.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Krämpfe durch Leere des Leber-Blutes, das nicht mehr genügend genährt wird.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Verdauungsstörungen im Meer der Nahrung durch Qi Leere von Milz und Magen.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Wasser der Niere durch Leere ausgetrocknet.

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Gefahr durch Zusammenbruch des Ming Men Feuers und so des Yang Qi.

 

Differentialdiagnose verwandter Pulse:

Beim Tasten spürt man den schwachen Puls klein und fein in der Tiefe. Beim oberflächlichen Fühlen ist er nicht vorhanden. Dies ist eine deutliche Beschreibung.

Oberfläche weißt auf Yang, da er keine obere Pulsebene hat, ist der schwache Puls leer im Yang. Qi gehört zum Yang also kann das Qi nicht den Puls bis an die Oberfläche ausfüllen. Die tiefe Pulsebene weißt auf Yin. Das Blut gehört zum Yin. Wenn man tief tastet und keinen Puls mehr fühlt, ist es ein Puls wie der nachgiebige Puls (Ru Mai). Dieser ist aber in seiner Bedeutung das genaue Gegenteil des schwachen Pulses (Ruo mai).

 

21. San Mai

Der zerfließende Puls ist oberflächlich und ungeordnet. Er ist oben zwar undeutlich zu spüren, geht in der Mitte aber in Leere über und verschwindet schließlich in der unteren Pulsebene.

Pathologische Bedeutung:

Der zerfließende Puls weist vorallem auf ein Zusammenbrechen des Nieren –Qi hin. Wenn er auftritt, so ist dies ein sehr schlechtes Zeichen.

 

Detailbedeutung des San-Mai an den sechs Pulsstellen:

Rechte Cun Pulsstelle (Lungen): Ununterbrochen fließende spontane Schweiße durch Aufbrauchen des Lungen-Qi.

Linke Cun Pulsstelle (Herz, Perikard): Palpitationen, Insomnia und Herzschmerz durch Schaden am Shen.

Linke Guan Pulsstelle (Leber, Galle): Dünner Mukus im Brustbereich, die Hun-Seele droht die Leber zu verlassen.

Rechte Guan Pulsstelle (Milz, Magen): Aufegdunsene Bauchschwellung und Druckgefühl, das bei starker Erkrankung einer Vergiftung mit Gu ähnelt.

Linke Chi Pulsstelle (Niere, Blase, Dünndarm): Austrocknung des Nieren-Wassers

Rechte Chi Pulsstelle (Ming Men, Dickdarm): Erlöschen des Lebensfeuers (Ming Men) durch Zerstreuen des wahren Yang.

Differentialdiagnose verwandter Pulse:

Das zerfließen des Pulses bedeutet ein von fühlbar in nicht mehr fühlbar übergehendes Pulsbild, bei dem der Puls von undeutlich und ungeordnet fließt. Während der Puls an der oberen Pulsstelle noch groß und spürbar ist, wird er bei stärkerem Druck um 7/10 oder 8/10 schwächer und ist bei weiterm Druck gar nicht mehr wahrzunehmen.

Im Altertum sah man den zerfließenden und den intermittierenden Puls (Dai Mai) als moribunde Pulse an. Dabei steht der zerfließende Puls für den Zusammenbruch der Niere und der Intermittiernde (Dai Mai) für das Kollabieren der Milz. Der typische Nierenpuls ist tief wie ein Stein, doch der zerfließende Puls hat keine Tiefe mehr, da sie zerstreut ist. Dies bedeutet, daß die Wurzel des Ererbten Qi (Xian Tian=früher Himmel) zuende ist.

Der typische Milz-Puls ist rhythmisch. Der intermittierende Puls hat diese Regelmäßigkeit verloren. Dies bedeutet, daß die Wurzel des nach der Geburt Erworbenen Qi (Hou Tian=früher Himmel) zuende ist. Daher besteht höchste Gefahr wenn einer dieser Pulse einzeln auftritt, doch wenn sie zusammen auftreten, dann besteht keine Rettung mehr.

22. Xi Mai

Der feine Puls ist fein (schmal), gerade und weich wie ein Seidenfaden, doch viel deutlicher als der Wei-Mai.

Pathologische Bedeutung:

Der feine Puls weist auf schwaches Qi hin. Er ist dann kraftlos und weich. Auch kann er auf Nässe Akkumulation hinweisen, wenn er eine Wurzel hat (d.h. an der Chi-Stelle zu tasten ist). Am feinsten erscheint der feine Puls aber bei Krankheiten durch Verausgabung und Erschöpfung.

 

23. Fu Mai (anderes Zeichen als Fu = oberflächlich)

Der Versteckte Puls ist noch tiefer als der tiefe Puls; er liegt zwischen Sehnen und Knochen und wird erst spürbar, wenn man tief, tief herunterdrückt.

 

Pathologische Bedeutung:

Der versteckte Puls deutet auf eine Yin-Erkrankung, die direkt tief ins Innere eingedrungen ist. Wenn das Yin vom Yang abgeschnitten ist, dann treibt das ankerlose Yin an der Oberfläche, während das Yang sich in der Tiefe versteckt.

 

24. Dong Mai

Der bewegliche Puls ist hat keinen Kopf und keinen Schwanz er zuckt nur hin- und her, wie eine Bohne am Stengel. Er ist schlüpfrig und beschleunigt.

 

Pathologische Bedeutung:

Der bewegliche Puls weist auf Schmerz und auch auf Schrecken hin. Ist er ein Yang Puls[1], so rührt er vom ununterbrochenen fließenden spontanen Schweiß her, den das Herz-Qi nicht halten kann; ist er ein Yin-Puls, so rührt er vom ununterbrochenen Fiebern her, bei dem das Yin sich bewegt und das versunken Yang im Yin ist.

 

25. Cu Mai

Der hetzende Puls ist sehr schnell, und setzt immer mal für einen Schlag aus. Wenn das Aussetzen immer stärker wird, so droht der Tod.

.

Pathologische Bedeutung:

Der hetzende Puls steht für aszendierendes Feuer und für Stillstand des Qi in der Mitte.

 

26. Jie Mai

Der hängende Puls ist knotig, er fühlt sich rauh und verlangsamt an. Dabei setzt er immer mal einen Schlag aus. Er geht langsam und ruht sich aus, dann schlägt er wieder weiter.

 

Pathologische Bedeutung:

Der hängende Puls steht für Ansammlung von Yin Pathogen, wie Kälte, die ein Anhalten bewirkt. Auch steht er für durch Stagnation entstandene Ansamlungen (abdominale Massen) im Inneren.

 

27. Dai Mai

Der intermittiernde Puls ist regelmäßig aussetzend und hält für eine ganze Weile an, bevor er weiterschlägt.

 

Pathologische Bedeutung:

Der intermittierende Puls weist auf Zusammenbruch der Zang-Organe hin, sowie auf Kälte der Mitte, Verletzungen und Schmerz.

 

28. Ji Mai

Der rasende Puls ist extrem schnell und hat die höchste Anzahl der Schläge, nämlich sieben bis acht pro Atemzug. Dabei ist er schwach und nervös.

 

Pathologische Bedeutung:

Der rasende Puls weist auf abgetrenntes,  aszendierndes Yang, das vom Yin getrennt ist. Die Leere Hun-Seele will versiegen, und wenn der Puls sich immer mehr beschleunigt, so ist das Ende in einem Tag besiegelt.


[1] Yang-Puls bedeutet hier wahrscheinlich oberflächlich oder kräftig, Yin-Puls tief oder kraftlos.

 

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Letzter Update: 02 May 2003