TCM interTaiJi.gifnet

Aller Guten Dinge sind ....                                   Drei-zehnte Ausgabe, Juli. 2002

Regelmäßige Rubriken:

1. Informationen für Therapeuten

2. Informationen für Patienten

3. Grundlagen und  Diagnose

4. Therapieanwendung, Praxis und Fallstudien

5. Taoismus, Qi-Gong, Philosophie

6. Chinesische Dietetik, Ernährung

7. Erstübersetzungen klassischer Texte

8. Aktuelle TCM-News

Suche (geht endlich):

|Hiilfeee!!|Hauptseite = Home|Inhaltsverzeichnis| |Fragen/Beiträge|email an uns|

Anleitung zum Kochen und Einnehmen eines chinesischen Arzneidekoktes

Einnahme der Arznei

Vor dem Essen: Tonisierende Arznei bei Schwächezuständen aller Art sowie jegliche Arznei die auf akute Zustände hinwirkt.

Nach dem Essen: Verdauungsfördernde Arznei und "kalte" oder schwerverträgliche Rezepturen, wie z.B. solche die Metalle oder mineralische Substanzen enthalten.

Zwischen zwei Mahlzeiten: Parasiten und Würmer austreibende Arzneien.

Nach belieben: Alle anderen Rezepturen.

Wird zugleich pharmazeutische (westliche) Medizin eingenommen, so ist es z.T. ratsam, erst 1-2 nach deren Einnahme die chinesische Arznei einzunehmen.

 

Temperatur des Dekoktes

Hitze und Sommerhitze kühlende Arzneien, solche bei Fieber sowie solche die einen heißen Charakter (z.B. Cao Wu Tou) haben, sollten kühl (16-20 Grad Celsius) eingenommen werden.

Unbedingt gewärmt (35-45 Grad Celsius) eingenommen werden sollten Yang stärkende, das Innere wärmende, Kälte vertreibende, schweißtreibende, Qi und blutbewegende Rezepturen und solche, die besonders kalte Arzneien (z.B. Mirabilitum) enthalten.

Alle anderen nach belieben.

Diätetische Einschränkungen

Chinesische Rezepturen sollten keinesfalls mit Milch, Michprodukten, Kaffee und Tee zusammen eingenommen werden. Wenn Milch oder Milchprodukte getrunken wurden sollte man mindestens 30-40 min. warten bevor ein Dekokt getrunken wird.

Auch schwer verträgliche, fette, rohe und kalte Speisen (z.B. Speiseeis), sowie reizende Nahrungsmittel wie Chilli und scharf gewürzte Speisen sollten nicht unmittelbar vor der Einnnahme verzehrt werden.

Vor schweißtreibenden (das Äußere befreuenden) Arzneien sollte man keinen Essig oder sauer eingelegtes Gemüse sowie rohe, kalte Speisen wie Salat verzehren.

Vor tonisierenden Dekokten solte man Kaffee, Tee und rohen Rettich vermeiden.

Einnahmeintervall und Modus

Generell sollte man versuchen, alle 3-6 Std. eine Portion der Rezeptur zu sich zu nehmen. Bei Erkrankungen im oberen Körperabschnitt sollte man öfters kleine Mengen zu sich nehmen, dies gilt besonders bei Halsschmerzen und Rachenentzündungen, wo die Arznei über den Tag verteilt in kleinen Mengen eingenommen werden sollte. Bei Erkrankungen im unteren Körperabschnitt, z.B. Verstopfung, Durchfall usw. sollte man auf einmal größere Mengen zu sich nehmen.

Die Abkochung

Zubehör: Kochtopf ( ca. 2 Liter), feinmaschiges Metallsieb, verschließbare Flasche (ca. 1 Liter), ein Küchenwecker o.ä.

Vor dem Abkochen ca. 20min. in kaltem oder lauwarrmen Wasser eingeweichen. Die Wassermenge richtet sich nach dem Volumen der Arzneimittel. Bei einer durchschnittlichen Rezzeptur von 100-200g werden die Bestandteile mit insgesamt ca. ¾ - 1 Liter Wasser angesetzt. Es gilt die "über den Daumen" Regel: Die Arzneimittel im Topf sollten 1-2 Daumenbreiten mit Wasser bedeckt sein, da sie beim Kochen viel Wasser aufsaugen. Dies gilt für die 1. Abkochung. Bei der zweiten genügt es, wenn die Arzneimittel gerade mit Wasser bedeckt sind.

Nach dem Einweichen kann das Wasser kurz zum Aufkochen gebracht werden (Vorsicht! Schäumt z.T.), das sogenannte "kriegerische Feuer". Dann wird die Temperatur sofort auf ein Köcheln reduziert, das sog. zivilisierte Feuer und mit Deckel bedeckt. Die Kochdauer hängt von den Arzneien ab:

Wurzeln und Hölzer brauchen 40-60 min., Blüten, Blätter u.ä. 20-30min. und Arzneimittel mit flüchtigen Wirkstoffen und Ölen wie Bo He (Mentha), Mu Xiang (Rx. Aucklandia) etc. 5-15 min.

Manche Arzneimittel wie Da Huang (Rheum) wirken je nach Kochzeit verschieden: Soll z.B. die blutbewegende Wirkung im Vordergrund stehen, so kocht man 20-30 min., soll eine purgierende Wirkung erreicht werden so muß man es in den letzten 5 Minuten zugeben. Die Kochzeit kann auf einem Küchenwecker eingestellt werden.
Nach Beendigung der Zubereitung das Derkokt durch ein Sieb abgießen. Die im Sieb zurückbehaltenen Arzneimittel können Sie zur besseren Ausnutzung der wertvollen Inhaltsstoffe ein zweites und drittes Mal abkochen. Wassermenge ist zu reduzieren (s.o.) und Kochzeit um etwa 10min. zu verlängern. Diese wieder durch ein Sieb abgießen und mit der ersten Abkochung mischen. Das Gemisch einen Moment stehen lassen, damit Sand, Staub und Pflanzenteilchen absinken können. Anschließend in eine verschließbare Flasche füllen, dabei den Bodensatz weglassen.

Das Dekokt sollte entweder normal im Kühlschrank, nicht in Thermosflaschen u.ä. aufbewahrt werden, da es sonst leicht oxidiert oder zu gären anfängt. Eine kurzfristige, maximal mehrstündige Aufbewahrung direkt nach dem Kochen ist in Thermosflaschen möglich. Einmal geöffnet sollte die Menge in der Thermosflasche aber zur Gänze getrunken werden.

Im Kühlschrank ist ein Dekokt bei gekühlter Lagerung (-4 bis –12 Grad Celsius) ca. eine Woche Tage haltbar.

Um den Magen zu schonen sollte es aber nicht kalt eingenommen werden, sondern erst die jeweilige Dosis auf Zimmertemperatur erwärmen lassen oder etwas warmes Wasser hinzugeben. Dies gilt besonders für Patienten mit Durchfallneigung und empfindlichen Magen.

Je nach Neigung und Abneigung kann die Tagesdosis auf Morgen- und Abendportion verteilt,und auf einmal getrunken werden (meist bei berufstätigen praktischer ), oder über den ganzen Tag verteilt in kleinen Schlucken. Falls dies bei berufstätigen erwünscht ist, kann die Tagesdosis in eine Theromsflasche gefüllt und mitgenommen werden. Möglichst keinen Zucker hinzufügen. Bei zwei Tagesdosen sollte die Einnhame 1-2 Std.nach dem Essen erfolgen, bei Tonika vor dem Essen und im akuten Krankheitsfalle jederzeit.

Wenn nicht kontraindiziert, wie beispielsweise keine Radischen essen bei Ginsengverabreichungen, so kann bei Einnahme der chinesischen Arzneimittel normal gegessen und getrunken werden.

Auch sollten nur Steingut- Glas- oder Töpfe aus garantiert rostfreiem Stahl verwendet werden, um eine Reaktion der Arzneien mit dem Metall zu verhindern.

 Besonderheiten von Arzneien: Teure Arzneien wie Ginseng, Lu Rong (Cornu Cervi), San Qi (Notoginseng), usw. sollten separat und für lange Zeit gekocht (bis zu 2 Stunden) und der Sud anschließend zu den anderen Arzneien hinzugegeben werden. Ginseng kann danach außerdem zerdrückt und zum Essen hizugegeben werden. San Qi Pulver, ebenso wie Niu Huang (Calc. Bovis) wird mit dem Dekokt zusammen heruntergespült.

Che Qian Zi (Semen Plantago), Xuan Fu Hua (Flos Inula) u.ä. feine oder leichte Arzneien werden in Gazé separat verpackt und mit den Arzneimitteln zusammen gekocht, das sie schwer abzusieben sind und ansonsten den Rachen oder Verdauungstrakt irritieren.

Harte, mineralische oder kalkhaltige Arzneien wie Mu Li (Concha Ostra), Shi Gao (Gypsum), Shui Niu Jiao (Cornu Bubali) etc. werden zuerst vor allen anderen Arzneien ½-1 Std. gekocht.

Vor dem Essen: Tonisierende Arznei bei Schwächezuständen aller Art sowie jegliche Arznei die auf akute Zustände hinwirkt.

Nach dem Essen: Verdauungsfördernde Arznei und "kalte" oder schwerverträgliche Rezepturen, wie z.B. solche die Metalle oder mineralische Substanzen enthalten.

Zwischen zwei Mahlzeiten: Parasiten und Würmer austreibende Arzneien.

Nach belieben: Alle anderen Rezepturen.

Wird zugleich pharmazeutische (westliche) Medizin eingenommen, so ist es z.T. ratsam, erst 1-2 nach deren Einnahme die chinesische Arznei einzunehmen

Temperatur des Dekoktes

Hitze und Sommerhitze kühlende Arzneien, solche bei Fieber sowie solche die einen heißen Charakter (z.B. Cao Wu Tou) haben, sollten kühl (16-20 Grad Celsius) eingenommen werden.

Unbedingt gewärmt (35-45 Grad Celsius) eingenommen werden sollten Yang stärkende, das Innere wärmende, Kälte vertreibende, schweißtreibende, Qi und blutbewegende Rezepturen und solche, die besonders kalte Arzneien (z.B. Mirabilitum) enthalten.

Alle anderen nach belieben.

Diätetische Einschränkungen

Chinesische Rezepturen sollten keinesfalls mit Milch, Michprodukten, Kaffee und Tee zusammen eingenommen werden. Wenn Milch oder Milchprodukte getrunken wurden sollte man mindestens 30-40 min. warten bevor ein Dekokt getrunken wird.

Auch schwer verträgliche, fette, rohe und kalte Speisen (z.B. Speiseeis), sowie reizende Nahrungsmittel wie Chilli und scharf gewürzte Speisen sollten nicht unmittelbar vor der Einnnahme verzehrt werden.

Vor schweißtreibenden (das Äußere befreuenden) Arzneien sollte man keinen Essig oder sauer eingelegtes Gemüse sowie rohe, kalte Speisen wie Salat verzehren.

Vor tonisierenden Dekokten solte man Kaffee, Tee und rohen Rettich vermeiden.

Einnahmeintervall und Modus

Generell sollte man versuchen, alle 3-6 Std. eine Portion der Rezeptur zu sich zu nehmen. Bei Erkrankungen im oberen Körperabschnitt sollte man öfters kleine Mengen zu sich nehmen, dies gilt besonders bei Halsschmerzen und Rachenentzündungen, wo die Arznei über den Tag verteilt in kleinen Mengen eingenommen werden sollte. Bei Erkrankungen im unteren Körperabschnitt, z.B. Verstopfung, Durchfall usw. sollte man auf einmal größere Mengen zu sich nehmen.

Der Geschmack ist manchmal ein Problem bei Naturarzeien. Es gibt dazu verschiedene Lösungen:

 

1. Wenn hauptsächlich der Geschmack Probleme macht:

a. Zusammen mit einem dicken, sämigen Saft einnehmen (z.B. ACE-Saft von Aldi, der -wie mir viele Mütter erzählen- sogar bei den Kindern den Geschmack ganz gut überdeckt.)

b. Mit wenig Wasser und zugehaltener Nase "dick" herunterspülen, und eine Praline oder ähnliches hinterher, dann erst die Nase wieder auf (chinesische Methode)

c. Mit einem dicken Trinkhalm tief in den Rachen trinken, also an der Zunge vorbei.

 

2. Wenn eher der Magen Probleme macht:

a. Nie nüchtern, immer ca. 1/2-1 Std. nach dem Essen einnehmen.

b. Vom Supermarkt eine Ingwerwurzel nehmen, kleinschneiden und ca. 20min. kochen, das Kräuterpulver je mit einem Schluck des Ingwers herunterspülen.

c. Das gleiche wie "b." mit ca. 5g Süßholzwurzel aus der Apotheke

d. Die Pulvermischung stark verdünnen oder nur die Hälfte der vorgeschriebenen Dosis einnehmen. Die letzte Methode verringert allerdings auch die Wirkung.

 

Wenn eine der obigen Methoden nicht in Frage kommt,  gibt es auch andere Darreichungsformen, wie Granulatpulver und wässrige Auszüge, die allerdings preislich höher angesetzt sind.

 

Weitere Einzelheiten sowie auch obige Angaben erfahren Sie von Ihrem Therapeuten.

zurückBack Home Upweiter

Zum Anfangder Seite

Fragen oder Kommentare per e mail bitte an: Webmaster@TCMinter.net.
Copyright © 1999-2002 TCM International GmbH
Die in dieser Homepage veröffentlichten Artikel sind, sofern nicht anders ausgewiesen, Erstveröffentlichungen. Alle Urheberrechte liegen jeweils beim Autor. 
Letzter Update: 02 May 2003